Die Programmierung der Verdummung

Die Programmierung

Wie entsteht Verdummung, wie wird sie von Kindheit an gelehrt?

John Taylor Gatto hat bereits 1968 ein herausragendes Buch mit dem Titel „Dumbing us Down“ – “The hidden curriculum of cumpolsory Schooling” geschrieben. Hier beschreibt er, wie das Programm der Verdummung wird Kindern von Anfang an in der Schule beigebracht – ab dem ersten Tag. Regelrecht perfide und mit purer Absicht.

So schreibt Gatto über die sieben Lektionen des Lehrens folgendes – in Kurzform:

 

  1. Die erste Lektion ist Verwirrung. Alles, was ich lehre, ist aus dem Zusammenhang gerissen. Ich unterrichte die Beziehungslosigkeit von allem. Ich unterrichte Verbindungslosigkeiten. Ich unterrichte zu viel: die Umlaufbahnen der Planeten, das Gesetz der großen Zahlen, Sklaverei, Adjektive, architektonisches Zeichnen, Tanzen, Sport, Chorsingen, Versammlungen, Überraschungsgäste, Feueralarm, Computersprachen, Elternabende, Fortbildungstage, Begabtenförderung, Führungen mit Fremden, die meine Schüler wahrscheinlich nie mehr wiedersehen, standardisierte Tests, Jahrgangstrennung, die es so in der äußeren Welt nirgends gibt – doch was hat irgend eines dieser Dinge mit den anderen zu tun?

  2. Klassenposition – es wird den Kindern beigebracht, in  der Klasse zu bleiben, wo sie hineingehören.  Ich weiß nicht, wer entscheidet, wohin meine Kinder gehören, aber das ist nicht mein Geschäft. Die Kinder sind nummeriert, so dass, wenn eines wegkommt, dann können sie in die richtige Klasse zurückgegeben werden. Die Vielzahl der Art und Weise wie Kinder nummeriert sind, hat sich in Schulen dramatisch erhöht, so daß die Kinder inzwischen deutlich unter dem Gewicht der Nummern das sie tragen, leiden. Es ist ein großes Geschäft.

  3. Gleichgültigkeit Die dritte Lektion, die ich lehre, ist Gleichgültigkeit . Ich lehre Kinder nicht zu viel um alles zu kümmern, selbst wenn sie es gerne machen wollen. Wie ich dies tun, ist sehr subtil. Ich mache es mit der Forderung, dass sie in meinem Unterricht völlig beteiligt werden, springen auf und ab in ihren Sitzen mit der Erwartung, im Wettbewerb kräftig miteinander zu meinen Gunsten. Es ist herzerwärmend, wenn sie das tun; es beeindruckt jeden, sogar mich selbst. Und ich gebe mein Bestes und plane den Unterricht sehr sorgfältig, um diese Show von Begeisterung zu erzeugen. Aber wenn die Glocke läutet bestehe ich darauf, fallenzulassen, was immer es ist, dass wir getan haben, und schnell zum nächsten Klassenzimmer zu gehen. Die Schüler  müssen die Begeisterung ein- und ausschalten, wie bei einem Lichtschalter. Es gibt nichts Wichtiges als das in meiner Klasse – und dann wieder das gleiche in der nächsten Schulstunde. Die Schüler werden nie eine komplette Erfahrung außer auf Raten haben.

  4. Emotionale Abhängigkeit. Die vierte Lektion, die ich lehre, ist emotionale Abhängigkeit. Mit dem Sterne und rote Schecks, Lächeln und runzelt die Stirn, Preise, Ehrungen und schändet, lehre ich Kinder ihren Willen zur prädestinierter Befehlskette zu übergeben. Rechte können von jeder Stelle ohne Berufung gewährt oder verweigert werden, weil Rechte innerhalb einer Schule nicht vorhanden sind – nicht einmal das Recht der freien Rede, wie der Oberste Gerichtshof entschieden hat – es sei denn, die Schulbehörden sagen, sie erlauben es. Als Lehrer interveniere ich in viele persönliche Entscheidungen erlaube das eine was ich für richtig halte und und initiiere Disziplinar Konfrontation für das Verhalten das meine Kontrolle bedroht. Individualität ist ständig bemüht, sich bei Kindern Jugendlichen zu behaupten, so dass meine Urteile dick und schnell daherkommen. Individualität ist ein Widerspruch zur Klassentheorie, ein Fluch für alle Systeme der Klassifizierung.

  5. GEISTIGE ABHÄNGIGKEIT – Die fünfte Lektion, die ich lehre, ist intellektuelle Abhängigkeit. Gute Schüler warten auf einen Lehrer, ihnen zu sagen, was zu tun ist. Dies ist die wichtigste Lektion von allen: wir für andere Menschen warten müssen, besser als wir selbst trainiert, um die Bedeutung unseres Lebens machen. Der Experte macht alle wichtigen Entscheidungen; nur ich, der Lehrer kann, bestimmen, was meine Kinder studieren muss, oder besser gesagt, nur die Leute, die mich bezahlen können diese Entscheidungen zu treffen, die ich dann erzwingen. Wenn mir gesagt wird, dass die Evolution in der Tat eine Theorie ist, die mir befohlen wurde zu übermitteln und Abweichler, die Widerstand leisten, zu bestraften was ich habe gesagt habe, ihnen zu sagen, was sie zu denken haben. Diese Macht zu kontrollieren, was Kinder denken, lässt mich sehr leicht erfolgreiche Studenten und Versager trennen. Erfolgreiche Kinder erledigen das Denken das ich ihnen auftrage mit einem Minimum an Widerstand und mit einer hübschen Anschein von Enthusiasmus. Schlechte Kinder kämpfen dagegen an. Natürlich fehlen ihnen die Konzepte zu wissen was sie da bekämpfen und haben Mühe Entscheidungen für sich selbst zu treffen wo sie wissen, was sie zu lernen haben und was nicht. Und als Lehrer gibt es erprobte Methoden, das zu überleben, natürlich dann wenn die Kinder respektable Eltern haben die aufmüpfig sind und ihren Kindern helfen. Aber kein einziges Mittelklasseelternteil das ich jemals getroffen habe hat geglaubt, daß die Schule eine schlechte ist.

  6. VORLÄUFIGES Selbstwertgefühl – Die sechste Lektion, die ich lehre, ist die des vorläufigen Selbstwertgefühls. Wenn Sie jemals versucht haben, Kinder auf Spur zu bringen, denen die Eltern beigebracht haben, daß sie bedingungslos geliebt werden, wissen Sie, wie unmöglich es selbstsichere Geister konform zu machen. Unsere Welt [wie sie jetzt ist] würde nicht sehr lange eine Flut von zuversichtlichen Menschen überleben, so dass ich lehren, dass ein Kind das Selbstachtung auf Gutachten abhängig gemacht werden sollte. Meine Kinder werden ständig ausgewertet und beurteilt. Ein monatlicher Bericht, beeindruckend in seiner Bestimmung wird in einem Studenten nach Hause geschickt Zustimmung zu entlocken oder genau, bis zu einem Prozentpunkt, wie unzufrieden mit dem Kind ein Elternteil sein sollte markieren. Die Ökologie der “guten” Schule hängt davon ab, Unzufriedenheit zu verewigen.

  7. Man kann sich nicht verstecken – Die siebte Lektion, die ich lehre, ist, dass man nicht verstecken kann. Ich lehre den Schülern, dass sie immer beobachtet werden, dass jeder unter ständiger Überwachung ist von mir und meinen Kollegen. Es gibt keine private Räume für Kinder; gibt es keine private Zeit. Ein Klassenwechsel dauert genau 300 Sekunden, um ungewollte Verbrüderung über Klassen auf einem niedrigen Niveau zu halten. Die Schüler werden ermutigt, einander zu verpetzen oder sogar auf ihre eigenen Eltern zu verpetzen. Natürlich empfehle ich Eltern Berichte über ihre eigenen Kinder Sonderlichkeiten einzureichen. Eine Familie, die trainiert ist, sich selbst zu bespitzeln wird wahrscheinlich keine gefährlichen Geheimnisse verbergen. Ich führe eine Art der erweiterten Schulung durch, genannt “Hausaufgaben”, so dass die Wirkung der Überwachung, wenn sie nicht die Überwachung selbst, in die Privathaushalte eindringt. Dort, wo die Schüler sonst freie Zeit hätten, um zu lernen, etwas neues, vielleicht vom Vater oder der Mutter, oder etwas ausprobieren könnten oder in der Nachbarschaft in die Lehre bei auf die eine oder andere Art weisen Menschen lernen zu können. Doch durch die viel zu vielen Hausaufgaben haben sie dafür natürlich keine Zeit mehr. Und wehe sie machen sie nicht. Und sie überwachen sich quasi damit selbst. Die Bedeutung der ständigen Überwachung und die Verweigerung der Privatsphäre ist, dass niemand vertraut werden kann, dass eine Privatsphäre nicht legitim ist.

 

Soweit Gatto.

 

Wie Sie sehen, kehren einige Themen immer wieder:

 

  • Deutungshoheit,

  • Desinformation,

  • Parzellierung der Information,

  • Autoritätsglauben,

  • Einschränkung des Selbstwertgefühls,

  • Wurschtigkeit und

  • Dauerbespitzelung.

 

Das ist das eigentliche Programm in der Schule, so Gatto. Und ganz ehrlich: ich sehe da keinen Unterschied. Die Wissensvermittlung selbst ist eher Mittel zum Zweck. Daß dies nicht unbedingt gesund ist, liegt auf der Hand und daß viele Kinder und Erwachsene unter solchen Methoden leiden, kann nachvollzogen werden. Um dies zu realisieren, gehört dazu die Entkoppelung der Familie und eben damit der Aufbau der  Notion, daß die Kinder einer „Gemeinschaft“ gehören und nicht zu einer Familie – kann ein anderer Mensch überhaupt jemandem gehören? Das Ziel ist, daß man sich an den Gedanken gewöhnt, daß Eigentum immer einer Gemeinschaft zu gehören habe und jemand anderer fremdbestimmen kann über nahezu jeden Aspekt des Lebens.  


Ziel ist wie gesagt die bewußte Verdummung, unter anderem in Schulen von Anfang an – zum einen durch den Diskonnekt von Eltern und Kindern – daher unter anderem werden Hausaufgaben als „unsozial“ von bestimmten Kreisen angesehen – letztendlich sollen die Kinder Hausaufgaben am besten ohne Elternaufsicht durchführen, um damit besser indoktrinieren zu können. Wer sich an die DDR erinnert, weiß daß das dort Methode hatte, dort durften Kinder zum Beispiel die „Fernsehuhr“ malen, die bei der DDR I „Aktuellen Kamera“ – die war gepunktet – deutlich anders aussah als bei „Heute“ oder „Tagesschau“… – und war die Uhr gestrichelt, dann gab’s gehörigen Streß für Eltern und Kinder. Von gezielter Desinformation in Schulbüchern – Beispiele: Geschichte, Geographie, Biologie und eine Dauerindoktrinierung in Fächern wie Deutsch oder Sprachen will ich jetzt einmal gar nicht weiter ausführen.