vonGammCom Global Revue – Issue #13: Viel Schweiz diesmal, Bitcoin, Frank Jordan, Intelligenz, Allie Leggett

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October 27 · Issue #13 · View online

Executive Services, Outsourcing, Strategy, People, Politics, Business – vonGammCom Global Institute for Change, http://von-gamm.com

Diesmal mit besonders viel Schweiz: Alle reden von Standardisierung, Industrialisierung und so weiter. Doch die Schweizer Bankenszene leistet sich weiterhin eine effektiv unwartbare Software namens “Avaloq”, anstatt sich für ihr Privatbankengeschäft irgendwo auf der Welt ein vernünftiges SEPA-fähigiges Konto- und Wertschriftencenter zu leisten. Nein, das gute Avaloq, das seine besten Zeiten irgendwann um das Jahr 2006 herum hatte, feiert weiterhin seine fröhlichen Urstände in diversesten Privatbanken und verschlingt Millionen und Abermillionen an Beraterhonoraren. Und jeder Privatbanker will seine “eigene”, sein “besondere” Implementierung haben – mit Verlaub: ein einziger Kindergarten. Die Kosten liegend daher bei den Schweizer Privatbanken bei etwa 1,5% vom Vermögen – je nachdem wie man es rechnet, und die müssen natürlich in Zeiten mieser Zinsen irgendwie reinerwirtschaftet werden – zu 100% auf Kosten der Privatbanking-Kunden. Es gäbe Alternativen, aber die will keiner hören, denn das würde am Ego kratzen. Was jedoch die Schweizer Bankenszene hervorhebt ist das neue Zehnernötli. Das schaut toll aus, ist in Quietschegelb gehalten und hat wirklich Symbole echter Schweizer Schaffenskraft drauf. Das Zehnernötli ist so schlimm, daß die Zeitung “Die Welt” (eher “Die Einfalt”) Schaum auf dem Mund beim Schreiben bekommt. Eine optische und haptische Wohltat im Vergleich zu den anonymen Euronoten. Was leider abzusehen war: Tidjane Thiam, CEO von Credit Suisse, hat die Bank ins Elend gestürzt. Fast könnte man meinen, seine Maßnahmen waren Absicht, um diese Bank zu einem Übernahmekandidaten zu machen. Ist ja schon einmal passiert, und ich denke jetzt NICHT an Air Berlin. Und Herr Thiam ist momentan nicht der einzige Bankmanager, der das Vertrauen der Investoren verprellt, auch John Cryan, CEO der Deutschen Bank arbeitet hart daran daß die Investoren sich von der Bank abwenden. Das ärgert.
Der Bessermensch will ja gerne verbieten, zum Beispiel Plastiktüten, denn die würden die Weltmeere verschmutzen. Dummerweise, so das über böse Kapitalismus-Nähe erhabene Helmholtz-Institut, kommen 90% des Plastikmülls aus zehn asiatischen und afrikanischen Flüssen. Die könnte man ja mal filtern und sieben und dort die Entmüllung vorantreiben. Wäre ja was. Ist aber zu banal. Was in diesem Zusammenhang steht ist übrigens die Warnung des BDI vor schleichender Industrialisierung in Deutschland. Ross Perot, der Präsidentschaftskandidat und Gründer von EDS, hat dies in den USA mal “the giant sucking sound” genannt – klar: in Deutschland wird Druck durch unsinnigste Auflagen und prädatorische Raubsteuern auf die Unternehmen gemacht, und schwupp sind die neuen Jobs in Asien und Afrika. Afrika ist übrigens nicht so arm wie einem hier gemeinhin wie es weis gemacht wird, und ich empfehle das Buch: “Armut ist Diebstahl” von Rene Zeyer.
1990 wurde ich von meinem damaligen Auftraggeber Klaus W. gefragt – es war eine kleine “Wunderfirma”: “Sollten wir auf Microsoft setzen?” Und ich: Ja, ich denke das ist eine gute Idee, das wird groß. Dummerweise habe ich damals keine Microsoft Aktien gekauft und mich später ein wenig geärgert, daß ich meinem eigenen Rat nicht gefolgt bin. 10’000 Mark in Microsoft wären jetzt viel wert, der Kurs lag damals bei etwa $0,50, jetzt liegt Microsoft bei $78,99 und hat sogar 2,3% Dividende, ich hätte also meine damals recht sauer verdienten und ersparten 10’000 Mark locker zur Million machen können.
Und normalerweise wird ja nur über das geschrieben was man getan hat und nicht das was man nicht getan hat. Ich schreibe hier: Ich habe nicht in Bitcoin investiert. Weil ich skeptisch bin. Warum bin ich das? Vor drei Monaten ist ein Freund von mir in Bitcoin eingestiegen. Und er war fast jedes Mal “too late too the party” – er hat alles mitgemacht: Hightech 2000, Immos zu 100% geleveraged, Pilotenspiele – und jetzt Bitcoin. Nun nun das: Gerade hatte ich einen Anruf von einem befreundeten Bitcoin-Besitzer der etwa 100 Bitcoins sein Eigen nennt (Stand heute also 500’000 Euro) sowie diverses Münzgeld anderer Cryptowährungen – er fühlt sich reich. Natürlich wollte er mich von Bitcoin überzeugen. Nun scheint es mir also so zu sein als ob ihm langsam aber sicher die kollektive Bitcoin-Besitzer-Psyche sagt: “Wir müssen andere finden, die den Markt stützen und uns die Coins abkaufen, sonst…”. Klar, ich kenne die Vorzüge von Bitcoin – relativ schwer nachvollziehbar wem was gehört, sichere Transaktionen, hohe Akzeptanz, bereits 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung, ein neues Bitcoin zu minieren kostet auch einiges (etwa 1000 Dollar momentan maximal, wenn man in Rußland oder Paraguay farmt, warum siehe die vorletzte Revue), aber: es wirft keinen Ertrag ab! Und damit ist es in etwa so interessant wie Gold, außer daß man für Gold keinen Decodieralgorithmus braucht, ja nicht einmal einen Computer. Und vielleicht habe ich unrecht und ärgere mich in in ein paar Jahren schwarz.
Sogenannte “Gottesurteile” sollen gar nicht mal so schlecht gewesen sein, schreibt Peter T. Leesson, der Duncan Black Professor für Wirtschaft und Recht an der George Mason University in Virginia. Durch trickreiche psychische Manipulation konnte hier bei der “Feuerprobe” und anderen Tests sehr gut beurteilt werden ob der Täter schuldig ist oder nicht. Ob das in heutigen Zeiten gut gehen würde, steht auf einem anderen Blatt. Rolf Dobelli wiederum meint, daß Selbstbetrug ein sehr übliches Phänomen ist und man gerne im freien Fall abstürzt und sich dabei gut fühlt – bis zum Aufprall. Daher sollte man für sich selbst und sein Unternehmen ein Koordinatensystem haben das einem dabei hilft. Ich empfehle dazu ein abestimmtes Methodenset, das von oben nach unten wirkt und durchgreift.
Ich mußte mich ein paarmal einem Intelligenztest unterziehen – wenn man vom gewöhnlichen Intelligenztest namens “öffentlicher Nahverkehr in München” mal absieht – und es war pure Zeitverschwendung. Human Resources Consultants machen damit recht viel Geld. Verlinkt finden Sie einen Artikel der postuliert daß es mit drei Fragen fast genau so schnell geht und die meisten der Leute an zwei von drei Fragen scheitern. Probieren Sie es selbst. Doch bitte nicht ärgern.
Unser monatliches Playmate erfreut sich weiterhin einer großen Beliebtheit. Ich hatte kürzlich die Frage eines mit mir befreundeten ehemaligen Kollegen – er arbeitet jetzt als “Success Consultant”: “Warum bringst Du da jedesmal ein Playmate?” – “Weil’s meine Leser mögen!” Und sie haben recht! Unsere Analysen zeigen, daß manche den Newsletter nur durchblättern um zum Playmate zu gelangen, aber das ist schon recht. Was ich Ihnen jedoch erspare ist das Playmate des Monats November, “Ines Rau”, sondern springe gleich auf das Dezember-Playmate (no pun intended!), Allie Leggett. Für alle anderen haben wir Diana Ross ausgegraben – mit “My Old Piano”.
Zu guter Letzt: Monika Hausammann, schreibend als Frank Jordan hat mit “Der Fonds” einen neuen spannenden Wirtschaftskrimi herausgebracht, wieder im Lichtschlag Verlag. Er ist so nah an der Wirklichkeit dran, daß man denkt Frank Jordan würde autobiographisch schreiben. Spannend bis zum Schluß!

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