Politische Ponerologie

 

Gerne stelle ich das Buch von Andrzej M. Łobaczewski vor und lege und dringend nahe, es langsam zu lesen: Sein Name – Politische Ponerologie, es entstand um 1968.

 

Politische Ponerologie

 

Andrzej M. Łobaczewski

zum Download unter: https://archive.org/details/PolitischePonerologie

 

Gerne stelle ich das Buch von Andrzej M. Łobaczewski vor und lege und dringend nahe, es langsam zu lesen: Sein Name – Politische Ponerologie, es entstand um 1968.

Das erste Manuskript dieses Buches wanderte im kommunistischen Polen ins Feuer, wenige Minuten bevor die Geheimpolizei erschien. Die zweite Kopie – von Wissenschaftlern unter widrigsten Bedingungen der Gewalt und Unterdrückung aufs Neue zusammengestellt – wurde via Kurier an den Vatikan gesandt. Doch der Empfang des Manuskripts wurde nie bestätigt, alle wertvollen Inhalte waren verloren.

Im Jahr 1984 wurde die dritte Kopie vom letzten überlebenden Wissenschaftler, Dr. Andrzej M. Łobaczewski, aus dem Gedächtnis niedergeschrieben. Zbigniew Brzeziński verhinderte die Veröffentlichung dieser Kopie, wird berichtet.

Nachdem das Buch ein halbes Jahrhundert lang unterdrückt wurde, ist es nun endlich verfügbar.

Politische Ponerologie ist in seiner klinischen und nüchternen Beschreibung des Wesens des Bösen schockierend. In seinen literarischen Textstellen ist es aber auch ergreifend, wenn der Autor die immensen Leiden jener Wissenschaftler beschreibt, die von der Krankheit, die sie untersuchten, angesteckt oder gar von ihr vernichtet wurden.

Politische Ponerologie analysiert Gründer und Unterstützer von politisch unterdrückenden Regierungen und auch Religionen. Łobaczewski untersucht Faktoren, die zusammenwirken, wenn Menschen sich gegenseitig unmenschlich behandeln. Moral und Menschlichkeit können den Raubzügen des Bösen nicht lange standhalten. Das einzige Mittel gegen das Böse und seine hinterlistige Vorgehensweise einzelnen Menschen und Gruppen gegenüber ist das Wissen um seine Existenz und sein Wesen.

Andrzej M. Lobaczewski wurde 1921 geboren. Er wuchs in einem landwirtschaftlichen Anwesen in einer hügeligen Landschaft Polens in der Nähe von Krakau auf. Während der Besetzung durch Nazideutschland arbeitete er auf dem Hof als Imker. Danach kämpfte er in der polnischen Heimatarmee, einer Widerstandsorganisation, die im Untergrund arbeitete. Nach der sowjetischen Invasion Polens wurde das im Familienbesitz befindliche Anwesen konfisziert und die Familie aus dem Haus gejagt. Neben der harten Arbeit, die er für sein Überleben verrichten musste, studierte er an der Jagiellonen-Universität in Krakau Psychologie. Die unter kommunistischer Herrschaft entstandenen Umstände lenkten seine Aufmerksamkeit auf die Psychopathologie und hier im Besonderen auf die Rolle, die Psychopathen in einem solchen Regierungssystem spielen. Er war nicht der erste Forscher, der diesen Weg beschritt. Die Arbeit begann ausgehend von einem geheimgehaltenen Verständnis, das die Wissenschaftler der älteren Generation besaßen, und das kurze Zeit später von den kommunistischen Sicherheitsbehörden vernichtet wurde. Lobaczewski wurde dann derjenige, der die Arbeiten fertigstellen und niederschreiben konnte. Während seiner Tätigkeiten in einer psychiatrischen Anstalt, einem Krankenhaus und bei einer Organisation für psychisch Kranke verbesserte er seine Fähigkeiten in klinischer Diagnose und als Psychotherapeut. Schließlich, als ihn die politischen Behörden bereits verdächtigten, zu viele Kenntnisse über das pathologische Wesen des Systems zu besitzen, wurde er 1977 gezwungen, aus Polen zu emigrieren. In Amerika verfolge ihn der lange Arm des Kommunismus. Erst 1984 konnte er das vorliegende Buch veröffentlichen. 

Ich möchte ausdrücklich hier keine Rezension dieses Buches verfassen, sondern ermuntern, dieses – frei erhältliche – Buch selbst zu lesen, indem ich einige Textpassagen als Vorgeschmack hier beifüge.

 

Politische Ponerologie

 

Andrzej M. Łobaczewski

zum Download unter: https://archive.org/details/PolitischePonerologie

 

Einige Inhalte, als Vorgeschmack:

  1. 53: 

In ‚guten‘ Zeiten wird die Suche nach der Wahrheit unbequem, da sie unangenehme Tatsachen offenlegt. Da ist es besser, über leichtere und freundlichere Dinge nachzudenken. Die unbewusste Elimination von Daten, die unzweckmäßig erscheinen oder sind, wird langsam zur Gewohnheit, was daraufhin von der gesamten Gesellschaft breit akzeptiert wird. Das Problem dabei ist, dass jeder Gedanke, der auf solch beschränkten Informationen beruht, unmöglich zu korrekten Schlussfolgerungen führen kann, sondern in der Folge zu einer unterbewussten Substitution dieser unangenehmen Prämissen durch angenehmere Sichtweisen führt und dabei an die Grenzen der Psychopathologie gelangt.

 

Wenn nach ein paar Generationen ‚guter‘ Zeiten die Sorglosigkeit in einem gesellschaftlichen Defizit bezüglich der sozialen Fähigkeiten und der moralischen Kritik mündet, ist der Weg für pathologische Anstifter, Bauernfänger und für sogar noch primitivere Betrüger geebnet, deren Handlungen den Prozess der Entstehung des Bösen unterstützen. Bei der Synthese des Bösen sind sie entscheidende Faktoren. Im nächsten Kapitel werde ich versuchen meine Leser zu überzeugen, dass die Teilhabe der pathologischen Faktoren, so sehr sie auch von den Sozialwissenschaften unterbewertet werden, ein verbreitetes Phänomen im Prozess der Entstehung des Bösen sind.

 

Diese Zeiten, die viele Menschen im Nachhinein als „die gute alte Zeit“ bezeichnen, führen deshalb einen fruchtbaren Boden für spätere Tragödien mit sich, da sich Moral und persönliche sowie intellektuelle Werte schrittweise rückentwickeln, was zur Entstehung rasputinartiger Epochen führt. Das eben Genannte ist eine Skizzierung des ursächlichen Verstehens der Realität, das in keinster Weise der teleologischen3 Wahrnehmung der Bedeutung der Kausalität widerspricht. Schlechte Zeiten sind nicht nur ein Resultat eines hedonistischen Rückschritts in die Vergangenheit, sondern sie haben auch einen historischen Zweck zu erfüllen.

 

Leid, Anstrengungen und mentale Aktivitäten führen in Zeiten drohender Bitterkeit zu einer schrittweisen, im Allgemeinen verstärkten Regeneration verlorener Werte, was eine menschliche Entwicklung zum Ergebnis hat. Unglücklicherweise haben wir immer noch kein ausreichend vollständiges philosophisches Verständnis der gegenseitigen Abhängigkeiten von Ursache und Teleologie dieser Dinge. Es scheint, dass im Lichte der → Schöpfungsgesetze Propheten eine klarere Sichtweise hatten als Philosophen, wie zum Beispiel E. S. Russel4, R. B. Braithwaite5 oder G. Sommerhoff6, die diese Frage reflektierten.

Wenn schlechte Zeiten anbrechen, sind die Menschen von einem Übermaß an Bösem überwältigt. Sie müssen all ihre mentalen und körperlichen Kräfte aufbringen, um für ihre Existenz und den Schutz der menschlichen Vernunft zu kämpfen. Die Suche nach einem Ausweg aus den Schwierigkeiten erweckt die lang verschütteten Kräfte der Besonnenheit wieder zum Leben. Solche Menschen haben zu Beginn die Tendenz, sich auf die an der Macht befindlichen Kräfte zu verlassen, die ihrer Ansicht nach der Bedrohung entgegenwirken könnten. Sie könnten beispielsweise zu schießwütigen Personen werden oder von Armeen begeistert sein.

 

Ein hochbegabter amerikanischer Mensch hat es in den USA so schwer wie noch nie, seinen Weg zu Selbstverwirklichung und zu einer sozial kreativen Stellung zu machen. In Universitäten, der Politik und in der Wirtschaft besteht eine noch nie dagewesene gemeinsame Phalanx an relativ unbegabten und sogar inkompetenten Menschen. Das Wort „überqualifiziert“ fällt immer häufiger. Diese „überqualifizierten“ Menschen verstecken sich schließlich in den Labors so mancher Organisation, wo ihnen gestattet wird, den Nobelpreis zu gewinnen, so lange sie dabei nicht wirklich etwas Nützliches leisten. In der Zwischenzeit leidet das Land als Ganzes aufgrund des Mangels der inspirierenden Rolle höchst begabter Menschen.

 

Als Resultat davon erstickt Amerika den Fortschritt. 

 

Nächstes:

 

Die verschiedenen Ausformungen des Bösen werden so oft von paramoralistischen Aussagen und Suggestionen begleitet, dass sie nahezu als unzertrennbar erscheinen. Eine häufige Erscheinung bei Menschen, repressiven Gruppierungen, oder pathopolitischen Systemen ist unglücklicherweise das Erfinden von immer neuen moralischen Kriterien, die immer zu ihrem Vorteil erdacht werden.

 

Solche Suggestionen berauben zum Teil oftmals Menschen ihrer moralischen Vernunft und deformieren deren Entwicklung in der Jugend. Weltweit wurden paramoralische Fabriken gegründet, wobei es einem Ponerologen schwer fällt zu glauben, dass diese von psychologisch normalen Menschen geleitet werden.

 

Die konversiven45 Eigenschaften bei der Entstehung des Paramoralismus scheinen zu beweisen, dass sie aus der hauptsächlich unterbewussten Zurückweisung (und Verdrängung aus dem Bewusstsein) von etwas völlig an

(S.93)

 

Zustände gesellschaftlicher Hysterisation

 

Wenn ein Laie wissenschaftliche oder literarische Beschreibungen von hysterischen Phänomenen durchsieht – wie jenes vom letzten großen Anstieg der Hysterie in Europa, ein viertel Jahrhundert vor dem ersten Weltkrieg –, so kann er den Eindruck bekommen, dass dies in individuellen Fällen endemisch war, besonders bei Frauen. Die ansteckende Natur von hysterischen Zuständen wurde jedoch bereits von Jean-Martin Charcot59 entdeckt und beschrieben…

(S.108)

 

Der Baumeister einer neuen Fabrik ist oft jemand, der nur wenig mit dem pathokratischen System verbunden ist, dessen Fähigkeiten jedoch benötigt werden. Wenn die Fabrik dann in Betrieb ist, wird die Administration von Pathokraten übernommen, was häufig zu technischem und finanziellem Ruin führt.

(S. 121)

 

Wenn  in der Familie eines typischen pflichtversessenen Pathokraten ein Sohn geboren wird, der Dank eines glücklichen biologischen Zufalls (oder der Partner war bio-psychologisch normal) die entsprechenden Gene nicht vererbt bekam, wird dieser Sohn im Rahmen der entsprechenden Jugendorganisationen aufwachsen und der Ideologie und der Partei, in die er früh eintreten muss, treu ergeben sein. Im reifen Mannesalter wird er sich jedoch langsam der Gesellschaft normaler Menschen zurechnen. Die Opposition, die normal denkende und fühlende Welt, wird ihm näher sein; dort erkennt er sich wieder und er findet eine Reihe von ihm unbekannten – und doch vertrauten – Werten wieder. Letztendlich entsteht ein Konflikt zwischen ihm und seiner Familie, der Partei und seinem Umfeld, die unter Umständen auch mehr oder weniger dramatisch sein können.

 

Es beginnt mit kritischen Aussagen und eher naiven Anfragen an die Partei, etwas zu verändern, die natürlich in Richtung gesunden Menschenverstandes gehen. Diese Menschen beginnen schließlich an der Seite der Gesellschaft zu kämpfen und Leid und Opfer zu ertragen. Andere entscheiden sich, ihr Heimatland zu verlassen und durchwandern fremde Länder, alleine unter Menschen, die sie und die Probleme, unter welchen sie aufwuchsen, nicht verstehen können.

(Seite 138)

 

Wir wollen uns nun etwas vorstellen, das nur theoretisch möglich ist: ein Land unter pathokratischer Herrschaft, in dem versehentlich erlaubt ist, diese Wissenschaften frei zu entwickeln, wo die Einfuhr wissenschaftlicher Bücher normal ist und Kontakt mit Wissenschaftlern anderer Länder besteht. Psychologie, Psychopathologie und Psychiatrie würden gedeihen und herausragende Forscher hervorbringen.

Was wäre das Resultat?

Eine solche Ansammlung korrekten Wissens würde innerhalb kürzester Zeit zu Nachforschungen über Themen führen, deren Bedeutungen wir bereits verstehen. Fehlende Elemente und unzureichend untersuchte Fragestellungen würden mittels angemessener Detailforschungen komplettiert und vertieft werden. Etwa innerhalb der ersten zwölf Jahre nach Bildung der Pathokratie – besonders bei einer aufgezwungenen Pathokratie – würde die erste Diagnose vorliegen: es herrschen pathokratische Zustände. Die Basis der deduktiven Überlegungen wäre bedeutend größer als sämtliche Inhalte, die Ihnen der Autor hier präsentieren kann. Die Begründungen wären auch von einer Vielzahl von analytischem und statistischem Material untermauert.

Wenn solche Ergebnisse einmal der Weltöffentlichkeit mitgeteilt werden würden, geschähe schnell eine Meinungsbildung, die die naive politische und Propagandadoktrin aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein entfernen würde. Dies würde bis hin zu jenen Ländern gelangen, die zum Ziel der pathokratischen Expansionstendenzen geworden sind. Somit wäre die Bloßstellung einer jeden propagandisierten Ideologie zumindest als trojanisches Pferd jedermann verständlich.

(S.155)

 

Einen normalen Menschen in eine psychische Krankheit zu treiben, und psychiatrische Institutionen dafür zu verwenden, ist eine in vielen Ländern angewandte Vorgehensweise. Die aktuelle Gesetzgebung in Ländern normaler Menschen beruht nicht auf einem angemessenen Verständnis der Psychologie eines solchen Verhaltens und ist deshalb keine ausreichende Schutzmaßnahme dagegen.

Die Motivationen für ein solches Verhalten wurden innerhalb der Kategorien der herkömmlichen psychologischen Weltsicht verschiedenartig verstanden und beschrieben: persönliche und familiäre Beweggründe, Eigentum, vorsätzliches in Verruf bringen von Zeugen und auch politische Motivationen. Oft reagieren Personen, die selbst nicht völlig normal sind und deren Verhalten jemandem bereits einen Nervenzusammenbruch oder gewalttätigen Protest beschert hat, mit Diffamierungen. Unter Hysterikern ist ein solches Verhalten meist eine Projektion der eigenen selbstkritischen Assoziationen auf andere Menschen. Ein Psychopath betrachtet einen normalen Menschen als naiv, als Besserwisser, der an nur schwer verständliche Theorien glaubt; ihn als ‚verrückt‘ zu bezeichnen, ist nicht einmal weit hergeholt.

(S. 159)

 

Ein Video mit Andrzej M. Łobaczewski können Sie hier sehen.

 https://www.youtube.com/watch?v=DU7LKAsjt4k

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