Donald Trump neuer Präsident der Vereinigten Staaten

Donald Trump neuer Präsident der Vereinigten Staaten

Was heißt das für Deutsche und Schweizer Unternehmer?

Chancen für Infrastrukturprofis, Maschinenbauer und Projektfirmen. High-Tech weiterhin gefragt. USA kann nachhaltigen Wirtschaftsboom erleben

von Dr. Christoph von Gamm, 9. November 2016

Donald J. Trump ist wider Erwarten vieler Meinungsforscher nun doch zum 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. Er konnte (nach verfestigten Hochrechnungen, New York Times, stand 6:00 morgens CET) 302 der 538 Wahlmänner-Stimmen für sich gewinnen (270 notwendig) und hatte insbesondere in den Swing-States wie Florida, Ohio und Michigan das Rennen machen können. In bestimmten Bundesstaaten wie Pennsylvania und Colorado war das Rennen knapp verloren, doch insgesamt war es ein Erdrutschsieg, ähnlich wie bei Ronald Reagan gegen Jimmy Carter 1980 – auch diesen Sieg hatte anfangs keiner erwartet.

Donald J. Trump, Photo Gage Skidmore/Flickr
Donald J. Trump – Bildquelle: Donald Trump speaking at CPAC 2011 in Washington, D.C., Photo: Gage Skidmore/Flickr

Donald Trump neuer Präsident der Vereinigten Staaten

Was heißt das für Deutsche und Schweizer Unternehmer?

von Dr. Christoph von Gamm, 9. November 2016

Donald J. Trump ist wider Erwarten vieler Meinungsforscher nun doch zum 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. Er konnte (nach verfestigten Hochrechnungen, New York Times, stand 6:00 morgens CET) 300 der 538 Wahlmänner-Stimmen für sich gewinnen (270 notwendig) und hatte insbesondere in den Swing-States wie Florida, Ohio und Michigan das Rennen machen können. In bestimmten Bundesstaaten wie Pennsylvania und Colorado war das Rennen knapp verloren, doch insgesamt war es ein Erdrutschsieg, ähnlich wie bei Ronald Reagan gegen Jimmy Carter 1980 – auch diesen Sieg hatte anfangs keiner erwartet.

Gewinn in den Heartlands und bei Neuwählern

Die Wahl wurde in den Heartlands und in den informierten Social Media Kreisen gewonnen.

Ausschlaggebend war wohl der Wunsch vieler Wähler nach Veränderung, nachdem die Sprüche von Obama “Change we believe” in noch in den Ohren geklungen haben und “I’m with Her” für Hillary nicht so gezogen haben wie der anpackende Slogan “Make America Great Again” von Donald Trump. Trump konnte insbesondere die republikanische Wählerschaft mobilisieren, die noch vor vier Jahren bei Mitt Romney eher zu Hause geblieben ist und er konnte auch bei den für die Demokraten wichtigen Wählerschichten – den Schwarzen, den Latinos und bei den Frauen – wichtige Anteile sichern. Besonders spannend war, daß der Wahlkampf von Donald Trump mit sehr wenig Werbegeldern durchgeführt wurde, gegenüber Hillary Clinton hat er nur ein Zehntel an Werbeausgaben durchgeführt.

Trump – Der Social Media Präsident

Trump setzte vielmehr auf gekonnte Auftritte als Unternehmer, die ihm anfangs in den Medien viel Publizität bereitet haben und – was viel wichtiger war – er führte einen gekonnten Social Media Wahlkampf insbesondere auf Twitter, Facebook und Instagram. Auf Facebook alleine hat er 12 Millionen Follower, Clinton lediglich 7,8 Millionen. Darüber hinaus leistet Trump ein beachtliches Pensum an Wahlkampfauftritten, diese waren insbesondere in den “Battleground States”, also dort wo die Wechsel-Wählerstimmen besonders wichtig sind wie Ohio, Florida, Pennsylvania sehr gut besucht, er füllte regelmäßig Hallen mit Tausenden von Besuchern, Clinton hingegen hatte wenige und zum Teil auch schlecht besuchte Wahlkampfauftritte. Es hat sich gezeigt: Die Leute hatten genug von 30 Jahren Establishment, sie wollten etwas Neues, etwas Besseres. Und dies haben auch Erstwähler, Schwarze, Latinos, Nichtwähler, Schwule (Lesben weniger)  – LGBT – deutlich gemacht. Denn die Situation der Schwarzen hatte sich die letzten dreißig Jahre nicht verbessert, sie waren wohl die Versprechungen der Demokraten leid.

Die durch zahlreiche Affären stark gebeutelte Hillary Clinton sieht nun einer ungewissen Zukunft entgegen: Der schlechte Ruf ihrer Außenpolitik, insbesondere in Libyen und Syrien, die Clinton-Foundation-Betrugsaffäre, der E-Mail-Korruptionsskandal und der Vergangenheit von Bill Clinton als Vergewaltiger sowie ihrer Vergangenheit als Verteidigerin eines Vergewaltigers haben ihr doch zu viele Stimmen gekostet. Sehr wahrscheinlich wird das FBI, das bereits jetzt gegen sie und ihre Stiftung in mehreren Punkten – Steuerhinterziehung, Veruntreuung, Falschaussage und Bestechlichkeit – ermittelt nun trotz aller Aussagen von FBI Direktor James Comey doch gegen sie die Anklage einreichen müssen. Im Falle einer Verurteilung droht ihr aufgrund der Präzedenzfälle eine längere Zeit in Haft.

Das schwere Erbe von Obama und den Vorgängern

Die Frage ist nun, was wird Donald Trump anders machen, es besser machen.

Lassen wir erst einmal auf die Fakten schauen:

Die Bundesschulden sind auf Rekordhöhe mit 20’000 Milliarden Dollar gestiegen – haben sich also innerhalb der Amtszeit von Obama mehr als verdoppelt, das jährliche Außenhandelsdefizit liegt bei 700 Milliarden Dollar, die USA ist Rekordimporteur und exportiert neben IT Hard- und Software hauptsächlich Öl und Agrarprodukte sowie erstaunlich viel Blut (!). Die Zahl der Amerikaner, die auf Lebensmittelmarken (Food Stamps) angewiesen sind, ist auf 23,4 Millionen hochgeschnellt, das durchschnittliche Familieneinkommen ist aufgrund von Arbeitslosigkeiten und geringerwertigen Jobs in den letzten acht Jahren deutlich gesunken, die Eigentümerrate für Wohnungen und Häuser ist auf 62% nach 69% im Jahr 2002 gesunken, Erwerbstätigenrate ist von 66% auf etwas über 62% gefallen und die Studienkredite sind auf Rekordniveau. Die Infrastruktur ist überholungsbedürftig, das Militär benötigt mehr als 637 Milliarden Dollar Ausgaben, doch ist nur nur bedingt einsatzbereit, da die Betriebskosten mehr als die Hälfte auffressen, für Neueinkäufe fehlt trotz allem das Geld. Nicht zuletzt nimmt der Staat zu wenig ein, er gibt zu viel aus. Manche sagen, es ist zu viel Militär (16%), manche sagen es sind die Sozial- und Gesundheitskosten (49% von 3’700 Milliarden), schlussendlich ist  das Budgetdefizit des Bundes nur noch 400 Milliarden Dollar (2015) gewesen, doch der Schuldenturm hat sich beständig erhöht, der Manövrierraum wird immer geringer. Das Bruttoinlandsprodukt unter Obama ist in den acht Jahren sehr schwach gewachsen, die höchste Wachstumsrate war gerade einmal 3%.

Gleichzeitig haben sich die USA in verschiedene Kriege und Konflikte verzettelt, dieses kostet Einsatz, Fokus und Geld. Es gibt keinen Kontinent wo die USA nicht mit Militär vertreten ist und die Militärdoktrin unter Obama hat wieder Rußland zum Hauptfeind erkoren.

Der Job

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat vor allem die Aufgabe, das Land zu Prosperität zu bringen und für die Bürger und Unternehmen ein friedliches, freies, ordentliches Auskommen zu ermöglichen. Das ist die Jobbeschreibung, die Präsident Trump hat, laut Verfassung.

Wie wird diese Aufgabe angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen gerechtfertigt.

Innenpolitik und Gesetzgebung

Einige wichtige politischen Weichenstellungen stehen automatisch auf dem Programm: Zuerst einmal sind die Neubesetzungen im obersten Bundesgerichtshof, dem US Supreme Court wichtig. Die Richter dort werden auf Lebenszeit ernannt und es sind drei oder eventuell sogar vier Richter, die neu ernannt werden müssen. Die Nachbesetzung von Richter Antonin Scalia, der unter merkwürdigen Umständen vor einigen Monaten ums Leben gekommen ist, hat dabei Priorität. Die richtigen Richter zu ernennen ist sehr wichtig, denn die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 26 Jahren. Nachdem die Richter eine wichtige Rolle in der Auslegung der US Bundesverfassung haben, wird dies das Land sehr stark prägen insbesondere in den Themen wie “1st Amendment” (Redefreiheit), “2nd Amendment” (Waffengesetz) sowie in der Sozialgesetzgebung und bei Eigentumsrechten.

Gesundheit

“Obamacare”, so heißt das Zwangs-Krankenversicherungssystem für die Amerikaner, das der US-Präsident Barack Obama eingeführt hat. Das Problem liegt dort an der Nichtfinanzierbarkeit. Die USA haben bereits jetzt mit 17,6% die höchsten Gesundheitskosten aller OECD Länder in Prozent des BIP und die Durchschnittskosten für eine Monatsprämie liegen nun bei etwa 1200 Dollar pro Person, insbesondere haben sich dort drastische Steigerungen angekündigt. Aufgrund der Obamacare wurden viele Vollzeitjobs in Teilzeitjobs umgewandelt, schlichtwegs weil sich die Unternehmer die gestiegenen Krankenkosten nicht leisten konnten. Trump will Obamacare abschaffen und dabei stattdessen Gesundheitssparpläne (“Health Savings Accounts”) einführen, gleichzeitig will er die pro Bundesstaat regulierten Gesundheitspläne landesweit konkurrenzieren lassen. Im Gesundheitsbereich will er auch weitere Bürokratiehemmnisse abbauen: Momentan warten 4000 Medikamente auf die Zulassung durch die FDA, die Zulassungsprozeduren sind sehr komplex und aufwändig und tragen zu den teuren Gesundheitskosten mit bei.

Der “Contract with the American Voter

Donald Trump hat einen “Contract with the American Voter”, einen Vertrag mit dem amerikanischen Wähler unterschrieben, den er vor einigen Wochen veröffentlicht hat. Dort beschreibt er einfach und auf drei Seiten seine Eckpunkte.

Sie gehen in Richtung Bürokratieabbau, Schutz amerikanischer Arbeitsplätze und Abbau von unfairen Handelsabkommen sowie der Ausbau der Infrastruktur.

Bürokratieabbau und Lobbyismus will Trump durch Verweildauerbegrenzungen als Parlamentarier realisieren. Dies soll die politische Klasse reduzieren und die Attraktivität politische Ämter wegen des Geldes anzuhäufen deutlich senken.

Trump hat versprochen, sowohl das Freihandelsabkommen NAFTA nachzuverhandeln – hier wird vermutet, daß Millionen von Arbeitsplätzen dadurch nach Mexiko abgewandert sind. Auch deshalb will er die Verhandlungen zum Trans-Pacific Partnership abbrechen, da dieses aus seiner Sicht ein schlechter Deal für die USA sein wird und noch mehr Arbeitsplätze nach China und Indien exportieren wird, wo es faktisch keine Sozial- und Umweltschutzgesetzgebung gibt.

Auf den Außenhandel setzt Trump sehr viel: Immerhin hatten die USA ein Defizit von 715 Milliarden Dollar, d.h. es wurde deutlich mehr importiert als exportiert. In der Folge floß zwar Kapital in die USA, dieses wurde jedoch vor allem in Immobilien und Unternehmenskäufe durch ausländische Eigner investiert, so daß viele einen Ausverkauf amerikanischer Interessen, insbesondere nach China und in den Nahen Osten befürchten. Handelsmißbräuche, zum Beispiel durch Importzölle auf der anderen Seite oder einer mißbrauchenden Gesetzgebung will Trump deutlich benennen und entsprechend durch Zölle sanktionieren. Insbesondere dem Handel mit China wird dies nicht gut tun, die Hoffnung besteht dadurch, daß wieder Fertigungsjobs in den USA aufgebaut werden. Als Beispiel: Es gibt keine einzige Bleimine mehr in den USA, sehr viele Rohstoffe müssen in das Land trotz selbst vorhandenem Rohstoffreichtum inzwischen importiert werden, was zusätzliche Abhängigkeiten schafft.

Trump will Infrastrukturprojekte ankurbeln. Dies ist für die lokale Bauindustrie, der Trump natürlich als Immobilienmilliardär nahesteht, sehr förderlich und auch notwendig. Die Straßen und Brücken in den USA haben inzwischen Drittweltniveau erreicht, die Schlaglochdichte ist enorm. Auch die Keystone Pipeline, die Öl von Alaska über Alberta in den Süden und Osten der USA transportieren soll, soll vorangetrieben werden. Dieses wurde durch Obama abgeblockt, einer der Gründe mag auch das Interesse von Eisenbahngesellschaften sein, die am Öltransport per Schiene sehr gut verdienen. Einer der größten Eisenbahn-Tycoons ist Warren Buffett.

Den Kilmawandelprogrammen der UNO steht Trump ablehnend gegenüber – er hat auch recht, es gibt keinen wissenschaftlich nachweisbaren Grund, daß CO2 mit einem Luftanteil von 0,04% in der Luft, wovon wiederum 5% menschengemacht sind, einen Treibhauseffekt generieren soll und damit zur Klimaerwärmung beiträgt (CO2 ist schwerer als Luft). Entsprechend will Trump die Zahlungen für Klima an die UNO streichen und stattdessen in die Erneuerung der Wasserinfrastruktur in den USA stecken.

Obama hatte in den acht Jahren mit sehr vielen Ermächtigungsgesetzen gearbeitet, von denen sehr viele von Verfassungsrechtlern als nicht der Verfassung entsprechend angesehen werden.  Dazu gehören:

  • Executive Order 10990 erlaubt der Regierung über alle Transportmittel zu verfügen und die Kontrolle der Land und Seefahrtstrecken.

  • Executive Order 10995 erlaubt es der Regierung die Kommunikationsmedien zu ergreifen und diese zu beschlagnahmen

  • Executive Order 10997 erlaubt es der Regierung  Elektrizität, Benzin, Erdöl, Brennstoff und Mineralien in Besitz zu nehmen.

  • Executive Order 11000 erlaubt es der Regierung, Zivilisten zu Arbeitertruppen zu mobilisieren, die unter Aufsicht der Regierung stehen.

  • Executive Order 11001 erlaubt es der Regierung über sämtliche Bereiche des Gesundheitswesens und der Sozialhilfe zu verfügen.

  • Executive Order 11002 läßt den Oberpostmeister der USA eine nationale Registrierung aller Personen durchführen

  • Executive Order 11003 erlaubt es der Regierung über sämtliche Flugzeuge und -geräte zu verfügen, auch kommerzielle Flugzeuge.

  • Executive Order 11004 erlaubt der Wohnungs- und Finanzbehörde, Standorte für die Bevölkerung neu zu bestimmen oder diese umzusiedeln.

  • Executive Order 11005 erlaubt es der Regierung über Eisenbahnen, innerländliche Schifffahrtswege und Lagereinrichtungen zu verfügen.

  • Executive Order 11049 überträgt Notverordnungsfunktionen zu Bundesbehörden und -agenturen und konsolidiert 21 Executive Orders der letzten fünfzehn Jahre

  • Executive Order 11051 definiert die Verantwortung des Emergency Planning Büros und ermächtigt das Emergency Planning Büro, dass in Anbetracht der wachsenden internationalen Konflikte und wirtschaftlichen oder finanziellen Krisen sämtliche exekutiven Befehle als rechtswirksam gelten.

  • Executive Order 11310 ermöglicht dem Justizministerium die Oberaufsicht über alle Justiz- und Gesetzgebungsprozesse – auch unterhalb der Bundesebene, alle Ausländer zu kontrolieren und erlaubt es, alle Gefängnisse zu betreiben

  • Executive Order 11921 erlaubt der Notstandsbehörde FEMA Pläne zu entwickeln, um die Kontrolle über alle Produktions- und Verteilungswege von Energiequellen durchzuführen, alles Löhne, Gehälter, Kredite und den Geldfluß in US Finanzinstitutionen zu kontrollieren – dies alles im Fall einer weiter undefinierten nationalen Notfallsituation. Es bestimmt auch, daß dieses Executive Order vom Kongreß für eine Dauer von sechs Monaten nicht überprüft werden darf, sollte ein solcher Notstand ausgerufen werden.

Diese Executive Orders kann Trump sofort ohne Befragung des Kongresses wieder abschaffen, insgesamt spricht sich Trump sehr stark dafür aus, wieder mit dem Kongreß zu arbeiten, Obama hat weitestgehend ohne das Parlament regiert sondern eben mit Ermächtigungen laboriert.

Das Thema Bildung liegt Trump auch am Herzen: Hier will er den zentralen Schullehrplan, genannt “common core” abschaffen, der für viel Kritik aufgrund seines Modells gesorgt hat, nicht mehr Wissen und Fertigkeiten anzueignen sondern eher darüber zu diskutieren wo man etwas wissen könnte. Stattdessen sollen die Gemeinden wieder die Kultushoheit haben (also ähnlich wie in der Schweiz oder in Deutschland, wo es die Bundesländer sind), darüber hinaus will er die Berufsbildung aufwerten, also insbesondere technische und kaufmännsiche Lehrberufe.

Gegen Verbrechen will Trump die lokale Polizei wieder besser trainieren und auch einen Fokus auf das organisierte Verbrechen legen.

Illegale Imigranten werden es schwer haben

Die illegale Immigration, insbesondere aus Mexiko will Trump beenden, hier will er Geld für eine Grenzmauer ausgeben, da inzwischen Millionen von Lateinamerikanern via Mexiko in den USA illegal leben, was insbesondere in den Südstaaten und in Kalifornien für eine erhöhte Kriminalitätsrate gesorgt hat. Dafür sollen für qualifizierte Leute aus dem Ausland weiterhin die Türen aufgehalten werden.

In der Außenpolitik schlägt Trump moderate Töne an, so will er mit Rußland verhandeln und im Nahen Osten mit den Terroristen (ISIS, ehemals Al-Khaida), die ja in der Tat von der Obama Regierung mit aufgebaut worden sind, aufräumen. Die Lockerungspolitik gegenüber Kuba will er beenden, da er Kuba für ein unmenschliches Schurkenregime hält. Israel wird unterstützt und als Demonstration der Solidarität will Trump die US-Botschaft nach Jerusalem verlegen und Jerusalem als Hauptstadt von Israel anerkennen.

Was bedeutet Trump für das Business?

Für lokale Geschäftsleute in den USA bedeutet Trump wohl ein Wirtschaftsaufwung, der sich zuerst in der Infrastruktur zeigt. Der Fokus wieder das Land aufzubauen wird Jobs im einfachen und mittleren Bereich schaffen, d.h. bei Handwerkern, Straßenbauarbeitern, Schreinern etc. – nachfolgend kann eine verbesserte Infrastruktur das Land auch für Fertigungsjobs, zum Beispiel im Maschinenbau, Automobil etc. wieder attraktiver machen.

Für europäische Unternehmen bedeutet dies Exportchancen, wenn man Schlüsseltechnologien liefert, zum Beispiel im Bereich Projektplanung, Bauwirtschaft, Tunnelbau oder anderen affinen Themen. Auch die deutsche und schweizerische Elektroindustrie kann indirekt von den Infrastrukturplänen von Trump profitieren.

Die massiven Steuersenkungs- und Vereinfachtungspläne von Trump können anfangs eventuell für eine Erhöhung des Defizits sorgen und damit für mehr Schulden, gleichzeitig will er jedoch die im Ausland geparkten Hunderten von Milliarden von Unternehmensgewinnen – zum Beispiel Apple 200 Milliarden – insgesamt werden von 2000 Milliarden Dollar Offshore-Profits erwartet durch eine Steueramnestie ins Land bringen, so daß bei einem Reimport dieser Gelder endlich Steuern anfallen. Dies könnte mittelfristig das Budget ausgleichen und für weitere Wachstumsimpulse sorgen.

Die Gewinner und Verlierer nach Industrie

Die folgenden Industrien werden in den USA von Donald Trump profitieren:

  • Infrastrukturausrüster

  • Baufirmen

  • lokale Lebensmittelhersteller

  • in den USA ansässige Fertiger

  • Telekommunikationsunternehmen

  • Energieversorger

  • Automobilindustrie

  • Rüstungs-Equipmenthersteller aufgrund der Modernisierung der Army, Navy.

Die folgenden Industrien werden in den USA unter Donald Trump eher Schwierigkeiten haben:

  • IT Outsourcingunternehmen insbesondere mit starker indischer Präsenz

  • Krankenversicherungen aufgrund des Wegfalls von Hillary/Obamacare

  • Finanzdienstleister insbesondere die Primary Dealers aufgrund strengerer Budgets und wahrscheinlich einer geringeren Verschuldungsrate

  • Rüstungsbetriebsservicefirmen aufgrund eher wegfallender Überseepräsenzen.

  • Militärausrüster mit Fokus auf die Seeflotte

  • Sozialkonzerne

  • Massengüterdistributoren wie Walmart oder Target, da ein Großteil ihrer Non-Food-Sortimente aus China importiert wird

Andere Industrien – IT Hard- und Software – werden diese Situation eher neutral sehen.

Für deutsche und schweizerische Unternehmen lohnt es sich, sich auf die neue Sachlage einzustellen, insbesondere Infrastrukturzulieferer mögen davon profitieren können, so zum Beispiel Firmen wie Huber+Suhner (Kabel), Hochtief (Bauplanung), Siemens und ABB (Energie) sowie Telekomausrüster wie Alcatel-Lucent oder auch Ericsson, die in Deutschland starke Präsenzen haben. IT und Hightech-Ausrüster wie Infineon sollten sich auf neue Kundenausrüstungen und Kundenwünsche dieser Zulieferer einstellen.

Der Börsenmarkt

Sehr wahrscheinlich wird ein Sieg von Donald J. Trump erst einmal einen kleinen Schock auf der Börsenseite verursachen, man kann wohl mit einstweiligen Kurskorrekturen von 20% und mehr rechnen. Für viele mag das wie ein Weltuntergang aussehen. Diese Kurskorrekturen werden sich jedoch bei einem Gutteil des breiteren S&P 500 Marktes eher stabilisieren, wohingegen der nur von Spitzenwerten besetzte DJIA (Dow Jones) eine Konsolidierungsphase erleiden wird.

Krieg oder Frieden

Donald Trump hat sich insbesondere für Verhandlungen und ein gutes Einvernehmen mit Rußland und Wladimir Putin ausgesprochen, gleichzeitig möchte er ISIS bekämpfen und den Terrorismus beenden. Dies kann auf friedlichere Zeiten hoffen und mag auch den Flüchtlingsstrom aus dem Nahen Osten nach Europa beenden. Jedoch darf man nicht übersehen, daß Frieden Geschäft kostet. Und die Frage stellt sich, wie sich die USA aus einem sehr kriegsorientierten Geschäftsmodell in ein friedensorientiertes, infrastrukturförderndes Land wieder zurück verwandeln – so wie es vor 1913 der Fall gewesen ist und wie es Ronald Reagan von 1980-1988 recht gut hinbekommen hatte.

(c) Dr. Christoph v. Gamm, 2016.
Nachdruck – auch auszugweise – nur nach voriger Genehmigung. info@von-gamm.com // Phone: +49-89-76702210

vonGammCom Global Revue issue #1

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Executive Services, Outsourcing, Strategy, People, Politics, Business – vonGammCom Global Institute for Change, http://von-gamm.com

Executive Consultant’s Delights. Thoughts and issues. Einmal im Monat. Deutsch und Englisch, wie es gerade paßt.

Business und Politik
Donald Trump neuer Präsident der USA – Was bedeutet das für Deutsche und Schweizer Unternehmer? – vonGammCom Global Institute for Change

Hardcore-Verhandeln am Beispiel Deutsche Bank – vonGammCom Global Institute for Change

Schlanker Staat oder Nanny-Government – Lieber Wettermacher statt Fahne im Wind – oder wieviel Staat verträgt die Wirtschaft? – vonGammCom Global Institute for Change

Christoph v. Gamm in Diskussion mit Christoph Blocher
There is No Such Thing as Trickle-Down Economics | Steven Horwitz

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Schöne neue Arbeitswelt

Microsoft hat heute seine neue Firmenzentrale in München eröffnet. “Die neue Arbeitswelt” flötet der sozialistische Bayerische Wahrheitsfunk und führt durch schmucke Büros.
 
Schön schön, nun also auch in München. Doch das Konzept ist uralt, das gleiche hat IBM schon vor 10 Jahren in Zürich eingeführt. Mit allem Schnickschnack. Begegnungszentren, Cafeterien, Stille und laute Räume, Arbeitsplätze, Ruheräume mit lustigen Betten, sogar ein Fitnesstudio hatten wir! Wer jedoch – so wie ich – in einem dieser Officekonzepte gearbeitet hat oder – so wie ich – auch eines für eine Landesorganisation mitdesigned hat – der weiß: Es ist eigentlich ein rechter Schmarrn auf die lange Sicht. Und es verkommt in eine Legebatterie über kurz oder lang. Zwangsläufig. Denn es ist eine Ausprägung des real existierenden gelebten Sozialismus.
 
Ganz klar: So ein Büroneubau kann sich lohnen – und bei meinen Erfahrungen hat es sich kostenseitig zwar gelohnt, weil die Mietkosten gesunken sind aber die Produktivität und die Motivation der Mitarbeiter geht ebenso runter. Natürlich wird das Gegenteil behauptet: Man wäre motivierter, alles ist toll – es gibt Surveys die das Management bestätigen, doch: Wenn mal der Geruch der frischen Möbel weg ist, bleibt der fade Gestank von fehlender Putzhygiene bei shared desks, fehlender Identifikation mit dem Arbeitsplatz und eine geringere Motivation.
 
Thema Sparen: Irgendwann greifen bei so einem Konzept die Sparkommissare durch – Bonus winkt! Die ersten “Meetplaces” werden schnell in neue Büros umgewandelt – “wir brauchen Platz” – und bald kommt der Facility Manager mit Sparideen auf den Trichter, daß man ja den Mitarbeitern Wischtücherl geben kann, um den Schreibtisch und das Telefon (gut, das gibt es bei Microsoft eh nicht, das macht das Surface-Telefon, hat mir der Kollege geschrieben) selbst zu putzen. Die spackige Wurschtsemmel hängt trotzdem noch weiter im Restmüll-Eimer und duftelt dann drei Tage vor sich hin. Irgendwann ist der schöne Geruch von neuen Möbeln – ähnlich wie der bei Autos – dem Mief von Consultingschweiß – das ist dieser Streßangstschweiß – gepaart mit S-Bahngeruch gewichen.
 
Professionell ist anders.
 
Was übrigens bei IBM in Zürich – und da hoffe ich, daß Microsoft es besser macht, besonders dumm war und immer noch ist ist das fehlende Parkplatzkonzept gewesen: Es gab zu wenige Parkplätze, und so habe ich manch Meeting als Conference Call in der Einfahrtwarteschlange zur Tiefgarage verbracht, und ja: nach 30 Stunden Anwesenheit konnte man nicht mehr in die Garage reinfahren, der Badge war gesperrt, so wollte man Parkplätze bewirtschaften, denn die Stadt hatte bei so wenigen Arbeitsplätzen natürlich auch nur wenige Parkplätze bewilligt. Sozialistisches Karma slaps in your face.
 
Irgendwann haben sich die Kollegen komplett ins Homeoffice verschoben, richtig für gemeinsames Arbeiten war man nicht oder man hat sich gleich bei Kunden eingenistet, die haben das natürlich besonders geschätzt, vor allem den “professionellen Auftritt”. Dort wo man sich dann getroffen hat, war die Cafeteria, und manch Kollege hat aus der Not eine Tugend gemacht und war dann mit seinen Confcalls und seinem Laptop für vier Stunden in der Cafeteria anzutreffen. Die “Attrition” ist hoch gegangen, manche haben das anfänglich auch noch gefeiert, aber eigentlich war es für die meisten eher die Hölle. Auch hier: Professionalität schaut anders aus. Inzwischen frage ich solche Kollegen immer, wenn ich sie anrufe: “Kannst Du sprechen?” und dann heißt es: “Ja Moment, ich suche einen Raum…” fünf Minuten später kann man dann langsam zur Sache kommen.
 
Vertrauliche Gespräche vom Kunden der einen anrufen will – denn das passiert halt eben so: Fehlanzeige, alle hören mit Ohren wie Salatschüsseln mit, sie müssen mithören, es geht leider kaum anders. Manche kommen ins Flüstern, ins Leisetreten, mit der Folge, daß der telefonische Auftritt fehlt. So ein Gegenüber kann man eher in die verhandlungstaktische Reserve locken. Und schnell fehlen wieder ein paar Prozentpunkte Marge.
 
Ach ja, beliebt sind übrigens in dieser Ausprägung des „modernen Arbeitens“ Gemeinschaftsdrucker. Meiner war im 8. Stock im Turm, manchmal war ich auch im zweiten Stock. Und mein Freund war der Drucker– ich habe ihn irgendwann „Bob“ genannt (von Bob Hope). Denn Bob hat mir alles geflüstert: Executive Resources Pläne (wer drauf war, wer bald drauf ist, wer in Reserve ist), Salärlisten, Steigerungsvorschläge, Bonuspläne, Abfindungsvereinbarungen, Sales Pipelines und deren Auslegungen, Reisepläne und die exaltierten Varianten davon, Urlaubspläne, Abfindungsvereinbarungen, Scheidungsunterlagen, Ivans, Davids, Ruedis und Susus Steuererklärung (ab da hatte ich fast Mitleid), die Passwortliste für das gemeinsame Passwort – mein Freund der Drucker war mir als Frühaufsteher immer sehr hold. Das Passwort hieß übrigens quartalsweise wechselnd Spr1ng, Summ3r, F8ll123 und W1nter. Denn ich hatte keinen Vorrangsparkplatz, und so mußte ich natürlich früh rein und war meistens dann schon vor acht Uhr da. Ich habe viel gelernt in der Zeit, mein Freund Bob  hat mich zweieinhalb Jahre gut gecoacht. Ich habe übrigens selbst wenig ausgedruckt, zum einen wollte ich Papier sparen, zum anderen habe ich verstanden, daß Bob, mein Freund, nicht unbedingt loyal ist.
 
Büros sind eine Ausprägung des Human Farming. Und daher sollte man bei Bürokonzepten ein wenig von guten Agraringenieuren abschauen.
 
In der Viehhaltung entspricht dieses Konzept einer verbrämten Massentierhaltung mit ein paar Laufställen. Das Gegensatz sind individuell eingerichtete Einzelbüros oder wenigstens Gruppenräume: Biobauern mit Weidehaltung.
 
Fragt sich zuletzt, wann den Mitarbeitern dann auch das Leben in gemeinsamen Schlafsälen schmackhaft gemacht wird.

https://twitter.com/BR24/status/785712314674798592/video/1

Pensionskasse

Meinem Kumpel Heini sagte ich mal beim Kaffeetrinken in meiner damaligen Firma: “Pensionskasse ist optional, wer weiß was die in 20 Jahren wert sein wird”. Das war Mitte 2005 und seine Hände zitterten. Für ihn unvorstellbar. Und überhaupts: Die Hypothek. Und alles. Dad durfte nicht sein. Damals wurde gerade die Betriebspensionskasse von “defined benefit” auf “defined contribution” umgestellt. Änderungsvertrag, nimm oder geh. Viele ahnten es, und diejenigen, die gehen konnten haben sich schnellstens verpisst. Denn danach war die Firmenrente nicht mehr irgendein Prozentsatz des letzten Monatsbruttos, sondern ein kapitalisierter Anspruch, umgerechnet nach Finanzmarktlage und Firmensituation. Gold lag übrigens damals bei etwa 400 Euro pro Unze.
 
In der Zwischenzeit ging es der Firma nur noch mittelprächtig, die Umsätze stagnierten und die schweizerische Pensionskasse mußte auf Befehl von oben so viele firmeneigenen Aktien kaufen wie nur gesetzlich zulässig. Das heißt, die Pensionäre durften eine Wette auf die Zukunft von ihren Nachfolgern ausbaden. Der Pensionskassenbeauftragte bekam dafür die Eier gekrault, würde man spöttisch sagen.
 
Nun, jetzt trifft es die Lufthansa. Und nicht nur. War abzusehen. Sie waren gierig und konnten den Hals nicht voll kriegen.
 
Die Abrechnung kommt.
 
PS: Die meisten deutschen Unternehmen sind was ihre Pensionsverpflichtungen angeht, untergedeckt. Wer im gemeinsamen deutschen Sicherungsfonds drin ist, den wird es irgendwann zerreißen.
 
http://www.aero.de/news-24992/Mario-Draghi-bringt-Lufthansa-in-die-Pensions-Zwickmuehle.html

Wiesn 2016

Ich mag die Wiesn. An sich. Eigentlich. Doch im speziellen nervt es dieses Jahr. Besonders.
 
Es nervt wegen des Zauns, wegen des Dauerregens, weil man mit dem Hund nicht mehr gescheit zur Bavariastatue hingehen kann, geschweige denn auf die Wiesn, nix. Und bei letzterem werde ich grantig. Die Heerschaaren von Wachmuckeln die vor sich hinsächseln, über die könnte man fast noch wegschauen. Aber es geht nicht, es sind zu viele. Und ja – sie sind so wie sie sind: Wachmuckln.
 
Ich bin Wiesnanwohner. Direkt oberhalb vom Käferzelt. Und da gehört der Besuch dazu. Ansonsten könnte ich auch in Schwabing oder noch schlimmer in Harlaching wohnen. Also: Ich war gestern auf der Wiesn und es hatte im Schützenzelt auf dem Jahrestreffen mit Freunden und anderen eine gute Stimmung. Aber…. man hat gemerkt, es war doch ein leichtes Moll im Ton der Massen. Bei dem Lied “An Tagen wie diesen…” hat sich früher die Stimme der Massen überschlagen. Jetzt war es eher ein Mitgesinge, es kam aber nicht mehr aus vollen Kehlen heraus.
 
Es regnet in einem fort. Und das nun seit Freitagabend. Stimmung kommt da nicht auf, und entsprechend wenig Menschen kommen. Doch diese wenigen werden schon am Eingang vergrault, scheint es mir.
 
Überhaupts, diese Eintrittskontrollen… es regnet, und man bekommt von diesen Kontrollfuzzis das Gefühl ein Stück Vieh zu sein. Und damit geht es schon los. Ist man der bald eingesperrte Ochse wie auf dem daneben liegenden Zentralen Landwirtschaftsfest oder ist man noch ein freier Mann oder ein freies Weib?
 
Der Zaun stört übrigens eher weniger. Er ist halt da, das merkt aber keiner. Höchstens im Hinterkopf. Und das macht am Eingang etwas aus, in ein umzäuntes Viehgatter zu gehen.
 
Was jedoch stört, das sind unverschämte Preise in den Zelten mit zwangsweisen “Vorspeisenplatten”, die vor allem aus viel Mehrrettichringerln bestehen und wenig Wurst, so gut wie keinem Fisch und wenig Fleischpflanzerln und die man gefälligst als Gast im Paket mitzunehmen hat, wenn man resierviert. Oder man bekommt keinen Tisch. Wobei… im Löwenbräu soll es nur 2/3 voll gewesen sein. Aber wer will da bei dem Bier eh schon wirklich gerne hin.
 
Wie auch immer, die Wiesn gehört deutlich reformiert, scheint es mir. SIe ist Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden und nun, mit Terrorwarnung und Co bleiben die Leute mal schnell aus. Stornierungen, angefangen von Frau Sixt über amerikanische Reisegruppen.
 
Die beste Wiesn hatte ich 2013. Das war zwar voll, aber unbeschwert. Es wurde gesoffen. Gesoffen. Und es war lustig. Ohne zwei Maß täglich ging es nicht. Doch dann kamen der Zaun, die Kontrollen, das alles. Und ja, auch Angriffe durch versoffene Migranten. Habe ich selbst erlebt. Dann war der Spaß langsam vorbei. Letztes Jahr wurden es nur fünf Maß für mich – insgesamt. Auf 16 Tage. Mal sehen, wieviel es diesmal sein wird.
 
Früher ja früher… da war es einfach ein Fest für Münchner, ein paar Auswärtige und ein paar exotische Touristen… Dieses früher – das wird wohl vor 35 Jahren gewesen sein, bei einem der ersten Male wo ich auf der Wiesn war, noch sehr schön war. Vielleicht kommt das ja wieder.

Ein Besuch im Polizeipräsidium

Vorgestern war ich im Polizeipräsidium auf einer Führung. Neben lustigen Alltagsgegenständen (Uzi & Co) wurden wir auch durch das kleine aber feine Polizeimuseum geführt.

Dort gab es neben der blutverschmierten Originalkleidung des Anführers der Palästinenser, der die 11 israelischen Sportler und den Polizisten Josef Fliegerbauer umgebracht hatte auch die Requisiten des berühmten Mooshammer Mordes, insbesondere sein Zweireiher Sakko, Größe 58 oder so, eine rosafarbene Krawatte und oh siehe: ein altes Elektrokabel.

Damals wurden wir ja alle mit der Ente versorgt, daß es sich um ein Telefonkabel handeln würde, und es gab ja diesen Siemens Gigaset Witz – aber nein: es war ein altes Elektrokabel, so wie es aussah.

Mooshammer hatte übrigens mehrere Daisy-Hundedarsteller. Einer alleine hätte das gar nicht gepackt.

Mosy selbst fuhr mit seinem Rolls-Royce immer gerne rund um den Bahnhof rum und sprach dann entsprechend seine junge, männliche Zielgruppe an. Einmal begegnete er einem Freund von mir, die Ansprache war – ich habe gerade nochmal nachgefragt: “Wie geht’s denn hier zur Balalalanstrasse?” und dabei hat er dann entsprechend lüstern seine Zunge geschnalzt. Die Pornos lagen auf dem Beifahrersitz.

Weitere spektakuläre Mordfälle und auch der erste Banküberall mit Geiselnahme in Deutschland – 1971 in der Prinzregentenstraße. Ein Herr Todorov und ein Herr Rammelmayr haben unter Belustigung des anwesenden Publikums am 4. August die Filiale der Deutschen Bank überfallen und eine Geisel genommen. Das ganze ging unsäglich schief, die Geisel starb.

Von den Fenstern des gegenüber der Bank liegenden Edelrestaurants Feinkost Käfer aus beobachteten die Gäste, darunter Franz Josef Strauß und der damalige Innenstaatssekretär Erich Kiesl, die Szenerie. Franz Josef Strauß soll dabei sein eigenes Jagdgewehr zur Lösung des Falles angeboten haben, mit den Worten: „Diese Schweine knall ich persönlich ab.“. Durfte er aber nicht.

Entsprechend aus den Erfahrungen von Olympia und auch dieser Geiselnahme wurden Sondertruppen geschaffen, zum Beispiel das GSG-9 oder die SEKs. Ich habe mir übrigens einen dieser schweren SEK Helme aufgesetzt – er hat einen Sichtschutz aus dickem Plexiglas, das hilft immerhin gegen Kurzwaffen – doch es braucht schon einen ordentlichen Stiernacken und ziemliche Fitness, um da mitzumachen.

In München hat es ja vergleichsweise wenig Kriminalität, wahrscheinlich ist München die sicherste Millionenstadt der Welt. Von der Schußwaffe mußten die Münchner Beamten letztes Jahr kein einziges Mal Gebrauch machen, im Jahr 2014 mußte kurz vor Oktoberfestbeginn eine Kuh daran glauben, das habe ich live auf dem Weg zum Bäcker miterlebt.

Insgesamt also eine recht spannende Führung, wirklich mal was anderes.

Terroristen ausgehoben

Die Sozialismus-Lügen haben offensichtlich besonders kurze Beine.

Schon ein Jahr nach Einführung bröckelt Merkels Willkommenskultur-Bauwerk und löst sich gerade wie ein Kartenhaus in Einzelbestandteile auf. Jetzt kommen die zahlreichen Einzelbestandteile ans Tageslicht, die Terroristen und IS-Gläubigen in das Licht der Mainstream-Presse, obwohl diese zu den ernannten Göttern (Flüchtlinge) gehören! Um das auch noch zu verheimlichen, ist es einfach drei Nummern zu groß.

Der Ruf “Lügenpresse” steht im Raum und verhindert allzu dreistes Weitermachen im Lügenstil wie zuvor. Wir erleben gerade innerhalb weniger Tage, daß die Flüchtlinge statt der zuvor Harmlosen nun als Großgefährder und Terrorverdächtige gelten!

Übrigens: Focus spricht nicht etwa von einer Razzia, sondern von Razzien! Schlimm, schlimmer, Merkel. Jetzt müssten wohl alle Flüchtlingsheime nach IS-Durchseuchung gefilzt werden. Doch das wird nicht passieren und deshalb ist Vorsicht und Angst durchaus berechtigt. Ich denke, auch der heutige FOCUS-Bericht ist ein kleiner Teil der Vorankündigung des Kommenden!

Getarnte IS-Krieger können in jedem Flüchtlingsheim sein. Wir sollten die MUFL-Heime besonders fürchten, von denen geht die größte Gefährdung (junge, fanatische IS-Anhänger, gewaltgewohnte Plünderer und Wegelagerer) aus.

Inzwischen wissen wir: Mindestens 20% der “Flüchtlinge” sind an der Waffe ausgebildete Terroristen, die Deutschland nach der Bombardierung der IS Stellungen durch die Russen als Rückzugsgebiet genutzt haben – dies wohl unter Wissen von Frau Dr. Merkel und auf Befehl von “drüben”.

 

http://www.focus.de/politik/deutschland/razzien-in-zwei-bundeslaendern-polizei-nimmt-drei-terrorverdaechtige-in-fluechtlingsheimen-fest_id_5930595.html

Kunst, Künstler und Progressive

Es halten sich ja viele für “Künstler”, gerne auch für “Querdenker” und natürlich für “links”. Sie “zeigen Protest”, indem sie abstrakte Machwerke irgendwo hinklatschen, die jedoch kaum Kunst ist. Sie sind “gegen das Establishment”, doch lassen sich schön durch staatliche Subventionen durchpampern. Sie studieren jahre- und jahrzehntelang ohne einen Abschluß. Sie laben sich gerne an den Zitzen von Mutter Bavaria, Mutter Helvetia, Mutter Germania etc und schreien dann doch “Fuck Germany”. Sie kritisieren die abendländische Kultur und Religion und kümmern sich nicht darum, wenn andere Religionen eine Kultur schafft, die Mitmenschen verachten, schänden und peinigen.
 
Genügend “Kulturförderer” im Staat füttern sie durch denn so sind sie gefügig und helfen einem globalisierenden System, echte Kultur und echtes Können – Kunst – zu zerstören. Sie leben gerne in graffitbeschmierten “Lofts” und halten sich für besonders toll. Doch wissen sie: Sie können nichts, werden nichts, wollen nichts. Nur konsumieren und rumschreien.
 
Sie wissen, daß sie automatisch durch die Kulturprozente, die “Kunst am Bau”, die öffentliche Filmförderung, die Literaturpreise die Brosamen abbekommen, die ein Staat für Infrastrukturmaßnahmen hinstellen muß oder die es eben aus dem Kulturbetrieb heraus gibt.
 
Daher sieht man verschandelte Pseudokunstwerke neben echter Architektur, komische Skultpuren auf Gemeindeeingangskreiseln, Ringe und andere rostende Werke, die eher Penisphantasien oder ähnliches ähneln an Parkeingängen, sie schreien bei geförderten Musikveranstaltungen ihre linken Parolen, werden gepäppelt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Nischenprogrammen die keiner hört und sieht und sie verhöhnen dabei echte Musiker, die den Geschmack der Menschen treffen und Erfolg haben. Sie sind “Schriftsteller”, ohne dabei wirklich gute Bücher zu schaffen, sie sind “Filmmachende”, die auf Festivals bejubelt werden und leere Kinosäle hinter sich lassen.

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Die Lust an der Zerstörung von Wahrem und Guten betreiben sie, weil sie selbst zu keinem wirklich durchdachten in der Lage sind – egal worin – sei es in der bildenden Kunst, sei es in der Architektur, sei es darin, ein gutes Stück Software zu schreiben.
Diese “Künstler” sind verachtenswert. Keinen müden Heller für diese Sorte Zecken. Mit solchen will ich nichts zu tun haben.
 
Doch werden wir sie uns merken. Wir werden diese fehlgeleiteten Pseudo-Künstler beobachten. Denn wir hoffen, daß sie – wenn sie denn sich denn wirklich anstrengen und echte Leistung zeigen, wirklichen Publikumserfolg haben, weil sie das Publikum mögen und das Publikum sie mag, – ja daß wir sie dann nicht fallen lassen. Aber nur dann.
 
Wirkliche Kunst ist es, Menschen dem Göttlichen näher zu bringen. Und das kann durchaus im Alltäglichen sein – eine Autobahn, die perfekt geplant und gebaut ist, so daß keine Unfälle passieren, ein Haus, in dem sich die Bewohner und Arbeitenden wohl fühlen und das nicht nur dem Architekturpreiskommittee gefällt, ein Auto das perfekt fährt und gefällt und wartungsarm ist, eine Software, die Menschen gut nutzen können, ein Computerspiel, das gefällt und sauber durchdacht ist, ein Krimi, der fesselt und packt und sauber konstruiert und geschrieben ist, ein Garten oder Golfplatz der ansprechend und zweckmäßig angelegt ist oder ein Bild, das das Haus verschönert und das nicht erst einen Erklärbären daneben braucht, der die Deutung übernimmt zu dem was dieses Bild nun darstellen soll.

70% Steuern

Aus Freiheitzfackel.

 

“Den meisten ist ja gar nicht klar, wieviel an Steuern sie zahlen. […]

Wir gehen hier aus von einem Brutto-Gehalt von 3.160 EUR. […] Wir haben […] ein vermeintliches Netto in diesem Fall von 1.988 EUR. […] Was kaum einer weiß ist, dass […] der Arbeitgeber noch viel mehr zahlen muss. […] In diesem Fall wären es etwas mehr als 4.000 EUR, die der Arbeitgeber bezahlt. […] Der Arbeitgeber ist bereit für die Leistung von Frau Müller 4.000 EUR zu bezahlen. […] Frau Müller erhält aber nur gute 1.900 EUR auf ihr Konto überwiesen. […] Jetzt kommt noch die Mehrwertsteuer und sonstige Verbrauchssteuern ins Spiel. […] Die Mehrwertsteuer 19% oder auch Mineralöl, Tabak oder Alkohol, das sind ja dann gleich mehrere 100% teilweise. […]

Dann kommen wir dann letztlich zu einem […] echten Netto von 1.198 EUR. […] Von 4.000 EUR bleiben 1.198 EUR übrig. […]

Das aktuelle Existenzminimum liegt momentan bei 1.073,85. […] Den Rest behält der Staat. […] Von 10 Tagen Arbeite sind nur drei für die betreffende Person selbst. […] Ein relativ normal verdienender hätte 2.800 EUR übrig im Monat. […] Wie wäre es denn nun um die soziale Situation bestellt, wenn es keine Steuern gäbe? […] Gehen wir nur mal von 2.000 EUR aus. […] 2.000 EUR extra im Monat das bedeutet nach neun Jahren bei […] 3% Zinsen hätte unser Geringverdiener die gigantische Summe von 247.000 EUR. […]

Bei 21 Jahren Arbeit […] [sind] 700.000 EUR auf der Hohen Kante. […] Braucht man dann soziale Absicherung? Braucht man dann eine Rente? […] Schauen wir uns noch […] an, was denn passieren würde bei einer Arbeitszeit von 49 Jahren, was dem heutigen Rentenalter in etwa entspricht, wenn wir davon ausgehen das derjenige mit 18 anfängt und mit 67 in Rente geht. […] In diesem Beispiel bei […] 3% die schlappe Summe von 2,647 Millionen. […]

Was wollen Sie lieber: Die Rente einer Supermarktverkäuferin – im heutigen System – oder wollen Sie lieber keine Rente und 3 Millionen auf der Bank?” (70% Steuern – Warum sie 7 von 10 Tagen für den Staat arbeiten)

 

 

Buchkritik: Die Ministerin – Kein Fall für Carl Brun

Buchkritik:

 

Die Ministerin – Kein Fall für Carl Brun

 

 

Abgründe, die sich nur in der Schweiz auftun können

von Dr. Christoph v. Gamm 


Der Autor Frank Jordan entführt den Leser in eine Schweiz der Finanzleute, des Inlandsgeheimdienstes und der Classe Politique. Der Held – Nik Horn – ein erfolgreicher Vermögensverwalter für Großvermögen – stößt nach einer Sauftour in seiner haßgeliebten Heimatstadt Bern auf die Leiche eines Starjournalisten – Bernd Bickler – eine Edelfeder des Wochenblatts. Ebendieser Bickler stellte ihm schon vorher nach. Das macht Horn mulmig.

Auch der Inlandsgeheimdienst um Carl Brun, einem kettenrauchenden, im Wald lebenden Einzelgängerabteilungsleiter mit seinem verschworenen Team ist darauf angesetzt – wenn auch nur als Alibiübung. Denn die Ministerin plant, den militärischen und nichtmilitärischen Geheimdienst zusammenzulegen, es wäre die letzte Aufgabe für Brun und seine Truppe. Was alle nicht ahnen, auch nicht die auf den Fall angesetzte Jez, daß der Fall größere Ausmaße hat – denn Bickler ist auf eine Geschichte gestoßen, die einen ehemaligen albanischen Geheimdienstler und Hitman – nun Halbweltler in der Langstraße – den CEO der SWISS FIRST BANK, Nik Horn und die Ministerin in einem spannenden Plot miteinander zusammenbringt, der tatsächlich die Schweiz, wie man sie jetzt kennt, komplett zerstören würde.

  Daß sich der Autor diskret als Teilzeit-Selbstversorger nach Frankreich abgesetzt hat, kann man nach dem Lesen dieses Werks verstehen. Frank Jordan weiß zuviel.  

Und bei einem Krimi dieser Art fragt sich der geneigte Leser, der ein wenig mit der Materie vertraut ist immer: ist es authentisch? Könnte es wirklich so gewesen sein? Oder gibt es logische Brüche, hat der Autor vielleicht der Geschichte halber gepatzt – so wie es Agatha Christie sehr gerne gemacht hat, damit sich in den letzten fünf Seiten der Story noch schnell der Miss Marple oder Hercule Poirot eine besseres “Whosdoneit” präsentiert? Nein. Man kan beruhigt sein – er hat nicht. Es hätte sich wirklich so zutragen können – oder noch schlimmer: Die Katastrophe ist theoretisch jederzeit zu einem Bilanzstichpunkt möglich – es reicht, wenn sich ein paar Menschen zusammenrotten und die Zahlen gemeinsam bestmöglich frisieren. Der starke Franken, die schwachen Assets, die Pensionsforderungen, die nicht erfüllt werden können – der Mix ist bereits jetzt da. Insofern ja: Der Kritiker, der bereits 2007 in einem Szenario für einen großen IT Konzern die Finanzkrise in allen Details vorausgesehen hat und eine Empfehlung für Megadeals gegeben hat, ist fest der Überzeugung, daß so eine Story leicht möglich ist. Erst recht ist das in der Schweiz der Fall – denn die kokainistischen, polytoxikomanen Nik Horns dieser Welt, aus dem Seich gekommen, zerfressen von Angst, wieder in den Seich zurückzukehren, die ehrgeizige Globalisierungsministerin, der um Macht gierende und selbstverliebte CEO, die Hintermänner und auch die Riege der Angestellten des Inlandsgeheimdienstes – mit Ecken und Kanten und teilweise gebrochene Gestalten – die Untergrundalbaner an der Langstraße – ja die gibt es wirklich. Und die Schweiz wäre nicht die Schweiz, wenn nicht jeder jeden irgendwie kennen würde und jeder ein Dossier über den anderen versucht zu haben – um sich selbst abzusichern.

 

Eine sehr spannende Sommerlektüre, die Frank Jordan mit seiner Ministerin – Kein Fall für Carl Brun – fabriziert hat. Eine Kleinigkeit hat es doch auszusetzen: Hat es der Autor oder der Lektor getan – die Namen der Protagonisten sind etwas zu stark für ein deutsches Publikum gewählt – ein wenig mehr Mundart – mehr das Aufprallen zwischen dem schneidend-gemeinen Zürcherisch und dem eher bedächtigen Beamtenbernerisch – das hätte dem Krimi den absoluten Endschliff gegeben.


Die Ministerin – Kein Fall für Carl Brun ist im Lichtschlag Verlag, Reihe Literatur erschienen und kostet € 19,90