Moslemischer Deutsch-Iraner, der rechtsradikal ist weil er in der Schule gehänselt wurde… Aha.

Ich fasse das mal zusammen: Ein moslemischer Deutsch-Iraner aus einer (eigentlich syrischen aber doch) iranischen Familie mit dem Namen Ali Dawoud Somboly, der in den deutschen Medien lange als “David S.” bezeichnet wurde, sieht sich also selbst als “deutscher Arier” und begeht einen rechtsextemistischen Amoklauf nachdem er sich zuvor noch mit seinem besten Freund aus Afghanistan getroffen hat. Um seine Abneigung gegen Türken zu demonstrieren, hatte er auf Facebook eine Türkenfahne wehen.

Aha.

Wie heißt der Bär, der einem hier aufgebunden werden soll?

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/f-a-z-exklusiv-amoklaeufer-von-muenchen-war-rechtsextremist-14359855.html#GEPC;s6

 

Zu Donald Trump (eineinviertel Jahre vor der Wahl)

Zu Donald Trump im amerikanischen Wahlkampf, 5.8.2015

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/donald-trump-republikanische-partei-usa

Was dieser “Globalist” Stephan Richter schreibt ist ein totales tenedziöses Gesülze. Mehr später.

Das Ganze hat Schulaufsatzniveau und strotzt von den typischen Stilelementen des “jeder weiss das doch”, “es ist doch klar” und einer geschwurbelten Kombination von Wieselworten, gespickt mit wahllosen Zitaten.

 

“Dass er zum aktuellen Spitzenreiter für die US-Präsidentschaftskandidatur 2016 aufgestiegen ist, ist für die Republikaner ein Albtraum. “

Ach wirklich? Woran wird das festgestellt? Wurde einer der Parteigranden befragt? Gibt es Zitate dazu? Nein. Das ist einfach dem Schreiberling mal so irgendwie zugeflogen.

 “Das Parteivolk jedenfalls bringt mit seiner ungeschminkten Unterstützung Trumps zum Ausdruck, dass es die eigentliche Botschaft der Partei verstanden hat.”

Nach den Umfragen ist Donald Trump bei den Republikaner-Anhängern keineswegs unumstritten. Es gibt sogar solche, die Jeb Bush toll finden oder – wohl besser Rand Paul.

 “der vermeintlich unsäglichen Sarah Palin eine Rolle in seinem Wahlkampf zuzuschanzen, passt perfekt in das Bild. Sie ist die feiste selbstsüchtige Frau”

Aha, hört sich ja nach einer super Analyse an, insbesondere durch dieses “vermeintlich”, einem Wieselwort erster Güte.

 3. Der Einbau eines Filmzitats bringt auch nicht viel zur Sache von Donald Trump, sondern zeigt nur die Tendenz des Schreiberlings.

 “Eine Partei, die keinerlei Bereitschaft zeigt, den Klimawandel auch nur als Herausforderung zu akzeptieren, verwehrt sich jeglicher Rationalität.” Wieso denn? Please explain. “Es ist ja nicht nur der Klimawandel, der bestritten wird. Selbst die Realität der menschlichen Evolution wird ernsthaft infrage gestellt. “

Der Klimawandel wird von Trump nicht bestritten, den gibt es und den gab es immer, sondern eher die Kausalkette “Menschengemachtes CO2 (5% von 0,04% der Luftmasse in der Athomsphäre, by the way) -> Erwärmung -> Wir alle müssen sterben.” Dass die Klimadaten z.B. durch die CRU massiv gefälscht worden sind – Stichwort Climegate – ist durchaus wert, genauer zu betrachten. Dass die “menschliche Evolution” stattfindet, ist klar, was jedoch in Frage zu stellen ist, ist eine Kausalität von Evolutiontheorie, wie inzwischen schon längst diverseste paläontologische Funde zeigen. Beispiele sind z.B. Ernst Haeckels Embryonalstadiendarstellungen (von der Amöbe über den Fisch zum Menschen) komplett gefälscht waren ode die Beobachtungen zu den Galapagosvögeln genauso widerlegt worden sind, beides Ecksteine der typischen Evolutionsbiologie. So besteht auch hier weiterer Forschungsbedarf, und daher ist es auch gut, das anzusprechen, als einfach irgendwelche Dogmen als “unumstößlich” zu postulieren.

Nun spricht Donald Trump eine recht deutliche Sprache und die kommt bei den Menschen an, im Gegensatz zum verklausulierten Nichtsgesagte, das durch die Mühlen der Profispindoktoren ins Beliebeige gedreht wurde.

 Worauf sich der Schreiberling, jedoch überhaupt nicht einlässt, sind die zahllosen Verfehlungen und Korrputionsaffairen in denen Trump seit Jahrzehnten verwickelt ist, oder dass er erstaunlicherweise ein grosser Spender der Demokraten bis anhin war. Dass Donald Trump wahrlich kein Advokat kleiner Leute ist, ist recht offensichtlich, jedoch steht er zumindest für Eigenverantwortung. Themen wie die verfehlte Aussenpolitik oder das Krankenversicherunsdesaster werden natürlich komplett ausgeklammert, oder dass inzwischen ein Viertel der US Bevölkerung von Lebensmittelmarken lebt. Ob nun Donald Trump gegen Jeb Bush, Ted Cruz, Carlie Fiorina (“weil ich eine Frau bin”) , Rick Perry oder Rand Paul wirklich sich durchsetzen kann, wird noch spannend, es kann meines Erachtens durchaus sein, dass er dann einen Fallrückzieher macht und dann plötzlich der Zweitplatzierte Jeb Bush wie aus dem Nichts im Rampenlicht erscheint, so dann alle vergessen, was er so z.B. zum Thema Wahlmanipulationen damals in Florida so getrieben hat.

 In den Wahlkampf wurde Donald Trump eventuell als Showman oder “Fall Guy” reingeschickt, ähnlich wie im professionellen Wrestling, bei dem der Sieger bekanntermassen von Vornherein feststeht, jeder darf da mal drankommen … Donald Trump hat hier ja entsprechene Erfahrung, schlussendlich war er ja einer der Protgonisten im WWE bei der Battle of Billionaires.

 Es scheint fast so, als ob der Fokus auf Donald Trump im Wahlkampf davon ablenken soll, dass bei den Demokraten die Wahl zwischen Pest und Cholera stattfindet, d.h. zwischen einer notorischen Lügnerin (“I did not have sensitive e-Mails”, Abu Ghraib… ) und Kriegshetzerin, einem Betonsozialisten und einem debilen Pseudoaussenpolitiker, um mal nur ein paar Qualitäten der aktuellen Protagonisten zu erwähnen.

 Dass Politik immer mehr eine Art Bühne für die hässlicheren der Schauspieler geworden ist, wie es Ben Affleck mal so schön formuliert hat ist recht offensichtlich. Horst Seehofer sagte es mal so prägnant: “Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.”

Die Mittelschicht

Die Mittelschicht

Ich war kürzlich in Wien. Mittelschichtshölle pur. Man merkt das Kriechertum und ein paar, die die Peitsche schwingen können und dann eben diejenigen, die sich davon abgesondert haben. Und ja: “Ich war dabei!”. 

Ich erinnere mich mit Grausen an die Zeit, als ich jeweils 40 Minuten in die Arbeit gebraucht habe, um dann in einem Bürogebäude mit schlechtem Teppichgeruch und eingeschränktem Putzplan eine Position als “Director of”, “Managing Blah” und ähnliches zu mimen. Privilegien waren dabei dann das Einzelbüro um den Mief der anderen nicht zu riechen oder eine grössere Pflanze. Hin musste ich doch so vier Tage die Woche – und das trotz aller Homeoffice und sonstigen Regelungen. Sozialer Zang. Dann diese Begrüsserei – “Hoi Beat”, “Hallo Karl”, “ja wie gaht’s” … (I GIVE A SHIT). Egal ob Zürich, oder Böblingen, München, Mainz, Paris, London (ganz schlimm), Armonk (eher entspannt, die haben eh nix getan) und wo ich sonst so gearbeitet habe, immer das Gleiche. Ein Klischee, fast so wie wenn man Interrail macht. Man sieht immer Traveller die pleite sind.


Und pleite sind sie eh alle. Die meisten leben von der Hand in den Mund weil sie von ihren Frauen ausgezogen und klein gehalten werden. Und wenn sie aufgemuckt hätten, dann hätts keinen Sozialfick am ersten Wochenende im Monat gegeben.

Spannend waren dann auch die Mittagstischgespräche von “Urlaub” (ethymologisch “Die UR-ERLAUBNIS frei zu sein”), Autos (die sie fast alle auf Leasing gemietet haben), ihren Blagen (alles kleine Einsteins, kaum einer hat zugegeben, dass der Sohnemann am liebsten einen splifft und nix tut)… 

Dass alle gleichzeitig dann wieder nach Hause in ihre Hypothekenbunker in der Vorstadt gefahren sind, die ihnen wie Klötze am Bein hängen, das versteht sich von selbst. 

Spannend auch die “Vorgesetzten”, und ja, einige lesen mit. Peinlich die meisten, Umsatz und Gewinn verwechselnd der eine, Allüren aus Blödheit der andere habend, Allmachtsphantasien oder schlichtwegs Überforderung, gepaart mit “Denn sie wissen nicht was sie tun”. Gefangen in einem System, wo sie meinten Schäferhunde zu sein und doch nur Schafe waren. Und das meinten sie auch von mir. Juniorschäferhund oder so. Conference Calls am Sonntagmorgen? Kein Problem, das war eine der Lieblingssadistenmethden eines meiner Deutschlandchefs, dass er während der Arbeit seine Keule gepimpert hat, nannte sich dann Worklife Balance. 

Ganz selten ging es um die gemeinsame Sache, d.h. Business ranzukarren, viel öfters waren Selbstprofilierung und sich gegenseitig Trietzen an der Tagesordnung. Nur dann wenn der Kunde gemurrt hat, dann haben sich alle brav davor verneigt. Als Verriebsdirektor war das dann der Moment, den Laden hinter den imaginären Freundfeindgeldgeber zu spannen. Ohne das? Fehlanzeige. Daher sind die Bereiche, die weit von Kunden entfernt sind, umso anfälliger für Intrigantentum und Idiotie. 

PS: Ich bin sehr froh, wie ich mein Leben eingerichtet habe und dankbar. Ich könnte mir das nicht mehr vorstellen, trotz aller Mühen..

Impfen

Impfen

Nach dem bedauerlichen Tod eines 18 Monate alten Kindes in Berlin – anscheinend durch eine Masernerkrankung – wird hysterisch nach einer Impfpflicht geschrien.

Was jedoch nicht geschrieben wird ist, dass das junge Kind GEIMPFT war und die doch so sichere Kombinationsimpfung MMR (Mumps, Masern, Röteln) bekommen hat – eine Sparvariante für Kassenpatienten, weil ja die Kasse sparen will. Dass die MMR Variante Kreuzreaktionen verursacht, das wird geflissentlich unter den Teppich gekehrt.

Als ich klein war, wurde noch von der Kinderärztin peinlich darauf geschaut, dass Impfungen in zeitlich ordentlichen Abständen kommen, damit das Kind selbst einen Immunschutz aufbauen kann.

Eine Impfung gegen Masern war früher eher optional, man hat vielmehr darauf geschaut, dass die Kinder halt dann die Masern von den Nachbarn bekommen, damit sie “durch” sind.

Die steigende Zahl der Impfungen weist “nur zufällig” eine starke zeitliche Korrelation mit psychischen Kinder- und Jugendkrankheiten wie ADHS bzw. Autismus auf. Nein, ganz bestimmt: Es hat nichts miteinander zu tun.

Erstaunlich zeitgleich geschah vor kurzem der Ausbruch einer Masernepidemie im Disneyland.

Daher hier mal ein paar Fragen eines medizinischen Laien, aber eben eines Logikers:

* Mag es sein, dass die ganze Hysterie eine schöne PR Steuerung mit erfährt? Werden eventuell immer wieder mal passierende Fälle aufgebauscht um entsprechend Impfzwang zu pushen und gleichzeitig damit der Pharmaindustrie einen ordentlichen prognostizierbaren “Revenue Stream” ab Geburt zu geben? 
* Mag es vielleicht auch sein, dass die Pharmaindustrie von Impffolgeschäden in diversen Ländern, inkl. USA komplett aus der Haftung genommen wurde, d.h. das Risiko trägt wenn dann der Geimpfte bzw. die Eltern? 
* Mag es sein, dass auch kein Arzt eine Haftungserklärung unterschreibt, wenn man sie ihm unter die Nase hält? 
* Mag es vielleicht auch sein, dass genau die Symptome wie “Masern, Fieber etc.” die Nebenwirkungen sind, die der Beipackzettel beschreibt? 
* Mag es vielleicht auch sein, dass es gerade bei speziellen Impfungen wie z.B. Tetanol besondere, d.h. bessere Impfungen für besondere Bevölkerungsgruppen gibt, z.B. die Bundeswehr (ich durfte z.b. in den Genuss ebendieser bessern Impfung) kommen, wohingegen die Allgemeinbevölkerung

 

einen “gestreckten”, dafür mit Adjuvanzen (z.B. Quecksilber und Formaldehyd) angereicherten Impfstoff bekommt, da die Bundeswehrsoldaten (zumindest damals) als “mission critical” angesehen wurden und daher nicht einfach ausfallen durften? 
* Mag es sein, dass man beim ganzen Impfthema ziemlich beschissen wird, z.B. bei Polio, das nachgewiesenermassen nahezu wirkungslos ist und der Rückgang von Polio eher etwas mit besserer Hygiene zu tun hat?
* Mag es sein, dass das hervorgebrachte Argument, dass Kinder die nicht geimpft seien, geimpfte Kinder ja anstecken können – jeglicher innerer Logik entbehrt?

Zu den Facebook AGBs

29. Januar 2015 – Zu den Facebook AGBs

 

Zu der AGB Änderung von Facebook ein kleiner Gedanke: Ich habe jahrelang Public Relations für eine Informatikfirma praktiziert. Und ich habe dabei viel gelernt, zum Beispiel dass es besser ist, viel zu kommunizieren, um in dem Wust an “Informationen” etwas verschwinden zu lassen, als zu versuchen, KEINE Spuren zu hinterlassen, denn irgendetwas bleibt und dieses wenige ist dann quasi sehr sehr sichtbar. Und so haben wir z.B. irgendwelche lästigen Pflichtankündigungen (Layoffs, Pflichtbilanzierungen der deutschen GmbH, bei denen ein guter Wirtschaftsjournalist die Gewinnverschiebungen hätte sehen können (die meisten sind zum Glück immer noch zu doof) und so weiter) dann untergeschoben, wenns grad passend war und andere Dinge in eine news-arme Zeit gelegt, wenn es einem wichtig war. Es gab sogar einen Kalender der Kadenz bestimmter Nachrichten – Dienstag war der Tag des Division-“Junk”, wenn man so sagen darf. Quarterly Earnings waren immer Dienstagabends am dritten Dienstag im Folgequartal, ausser, wenn’s halt blöd lief. Perfekt orchestrierte Berieselung… eine geölte Maschine.

Man kann es auch so – sehr plakativ – vergleichen: Der Hund meiner Mutter, die übrigens heute einen schönen Geburtstag gefeiert hat, furzt. Gewaltig. 14-jährige Jack-Russle-Terrier-Flatulenz, if you understand. Wenn sonst keine Gerüche im Haus rumschwirren, riecht es übelst nach diesem Hund namens Peppi. Ich habe bekanntlich auch einen Hund und meine Strategie bei den Ausgasungen Lenny Huskydog ist: lüften. Wirkt, ist aber anfangs painful. Die Strategie meiner Mutter ist ausgefeilter: Parfümieren. Und sie hat recht (wie so oft): Denn wenn man einen Rosenduft gegensprüht, riecht das Ganze irgendwie wie Rosengarten, ja, es verbindet sich fast

 

schon zu einer harmonischen Note. Nun werde ich wohl eine Hybridstrategie zur Flatulenz von Lenny Huskydog aufstellen und dann halt zwischendurch das Haus mit Beifuss-Essenzen ausräuchern. Der Huskyfurz hat dann keine Chance.

Und ebenso so verhält es sich mit Daten z.B. bei Facebook. Das wirklich wichtige ist schon auch dabei, wird aber nur von denjenigen wahrgenommnen, die dafür die Nase entwickelt haben. Wirklich gute Freunde. Und “Big Data” wird davon lange weit weg sein, so sind bei mir halt 250 Bücher als “Besondere Lieblingsbücher” notiert, ebenso viel Kino und Musik und ich war auch schon überall auf dem Globus (sowieso), eine Reise mehr oder weniger nach Timbuktu fällt dann nimmer auf. Und halt viele Hundebilder und sonstige Trivia. Dagegen: hütet euch, wenn mal Eure Datenspur aus VERSEHEN etwas aufzeichnet, weil z.B. “Freunde” von Euch euch markieren, oder ein Instagram-Post euch verrät und ihr ansonsten “clean” seid. Dann seid ihr so sichtbar wie ein bunter Hund in der grauen Einöde von Örlikon.

So übrigens sollte man sich auch mit Kreditkartendaten oder bei Käufen bei Amazon verhalten, die übrigens – watch the AGBs – ALLE aggregiert werden, inzwischen und Eurem Profil dankbar zugefügt werden, ob ihr wollt oder nicht.

Submissive Compliance Disorder

Submissive Compliance Disorder – 22. Januar

Seit 2013 enthält das offizielle psychiatrische Diagnosehandbuch “Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM)” einen Eintrag “oppositional defiant disorder (ODD)”: Es handelt sich dabei um eine angebliche Geisteskrankheit, die sich dadurch auszeichnet, dass der “Kranke” Autoritäten hinterfragt und ihnen widerspricht. Die DSM-Schreiberlinge definieren “ODD” wie folgt: “[…] anhaltendes Muster ungehorsamen, feindseligen und trotzigen Verhaltens … Symptome beinhalten das Infragestellen und Ablehnen von Autoritäten, Argumentieren und die Neigung, sich [über Autoritäten] zu ärgern.”

Kurz gesagt, wer kein dämliches Schlafschaf ist, gehört, wenn es nach den DSM-Verfassern geht, ins Burghölzli, nach Haar oder in andere Unterbringungsanstalten. Solche “Diagnosen” waren ja im Ostblock nicht unüblich.

Die meisten DSM-Klassifikationen sind meines Erachtens pure Erfindung ohne echte Substanz, Beispiel: Depressionen, Schizophrenie etc oder eben ODD kurz: Ich habe selten einen so krassen Fall von Pseudowissenschaft gesehen!

Ich schätze, hier dürften einige an ODD “leiden”. Soweit es mich betrifft, bin ich stolz auf meine ODD, was mir vermutlich eine zusätzliche, nicht weniger hirnverbrannte, Diagnose einbringen dürfte…

Nebenbei bemerkt lehne ich nur solche selbsternannte “Autoritäten” ab, die Idioten, böse oder

 

beides sind – diese allerdings mit aller Konsequenz.

Ich bin überzeugt, dass es an der Zeit ist auch den psychiatrisch-sozialistischen Komplex einer gründlichen Säuberung zu unterziehen und die Verfasser solcher regimetreuer Gefälligkeitsdiagnosen zu therapieren: Steineklopfen soll in solchen Fällen sehr wirksam sein.

Mir scheint, die DSM-Verfasser (und andere menschliche Schafe) verdienen eine eigene Diagnose: Ich schlage hiermit SCD (Submissive Compliance Disorder) vor. – Der Betroffene ist unfähig, selbständig zu denken und zieht eine deviante Ersatzbefriedigung aus der Unterwerfung gegenüber und dem Dienst an tatsächlichen oder vermeintlichen Autoritäten. Der Kranke begegnet Kritikern der von ihm vergötterten Autorität mit reflexhafter Feindseligkeit, die sich nicht selten bis zum offenen Hass steigert. Fremdgefährdung ist nicht selten. Infolge vollkommener Krankheitsuneinsichtigkeit ist eine Heilung leider extrem unwahrscheinlich.

Die Erfinder solcher Krankheiten dürfen ihre eigenen Krankheiten bald bei der Feldarbeit auskurieren.

 

http://www.zerohedge.com/news/2015-01-21/if-you-question-authority-you-are-mentally-ill-report-finds

 

SSD Festplatten und Hybride SHDs

 

Wer einen guten alten Laptop hat, tut oft besser daran, ihm einfach eine neue Festplatte in den Bauch einzubauen (Systemabbild vorher erstellen, dann dort wieder aufspielen, dann ggf. Partition erweitern, oder Partition kopieren). Das ist besser und günstiger als sich einen neuen Laptop zu kaufen, da die Technologie bei den meisten Geräten nicht wirklich fortgeschritten ist.

Ich habe mich bei meinen beiden Laptops (ein HP Pavillon, sieben Jahre alt, mit Ubuntu Linux, 4 GB RAM) und ein Thinkpad T510 (Windows 8.1 64 Bit, Intel i7, 4GB RAM mit UMTS Einbau etc blahblah) jeweils für eine 1 Terabyte (1024 GB) Seagate SHDD Festplatte entschieden. Die SHDD Technologie verbindet die SSD (Solid State Disk) Eigenschaften mit einer normalen Festplatte zu einem akzeptablen Preis. Kostenpunkt neben einem ruhigen Wochenende, jeweils 85 Euro.

Nutzen neben einem Geschwindigkeitszuwachs von ca. 3-5, insbesondere bei den Ladezeiten: Fünfmal so viel Kapazität, ansonsten ist alles beim Alten, d.h. die liebevoll angepasste Konfiguration bleibt natürlich gleich.

Die neue Geschwindigkeit und Kapazität sollte jetzt mal reichen und bis Laptops daherkommen, die ganz neue phänomenale Eigenschaften haben, werden es wohl diese beiden aufgebockten und danach liebevoll gereinigten und gewienerten Geräte noch eine gute Zeit tun.

PS: Server habe ich für meine Firma eh keine, bei mir ist alles, inklusive ERP, Groupware etc. in der Cloud, das meiste bei Google.

 

September 2013 – Time to Market and the Internet of Things, September 2013

Time to Market – The Internet of Things – Die Cloud, das sind die Treiber der der Digitalen Transformation: Gewinner: Lebensmittelindustrie und Fertiger. Verlierer: Banken und Versicherungen

 

Original verfügbar auf: http://hallo.von-gamm.com/content/articles/siliconvalleynews1309

  

Zollikon 2.10.2013 – Ziel meiner diesjährigen Executive Reise im IT-To-Business Bereich Ende September diesen Jahres war das Silicon Valley – und dort die Firmen Intel, Cisco, VMWare und EMC. Ganz klarer Tenor der Reise – “Change  Happens” – und die Geschwindigkeit der Veränderung, die über die Informatikabteilungen und das Business im Rahmen der Digitalen Transformation herrüberrauscht, wird auch für langjährige IT-Veteranen, die “speed” kennen, atemberaubend werden? Warum? Alles ist vernetzt.

 

Das Silicon Valley, eine halbe Autostunde ohne Stau südlich von San Francisco gelegen, ist – Indien hin oder her – weiterhin der Innovationsmotor und das Mekka der Informatikindustrie. Zumindest denkt das das Silicon Valley. Ich war gute 12 Jahre nicht mehr dort, das letzte Mal war es vor der Dot.Com Blase, als diese geplatzt war. Danach trieb es mich mit meinen Geschäften mehr in Richtung Osten der USA und weiter nach Osteuropa und Indien. Und vielleicht haben wir wieder eine Dot.Com Blase, diesmal mit Mobile Apps, habe ich mich gefragt. Denn wo ich bin, platzt bald eine Bubble.

 

Firmen wie Google, Apple, Cisco, VMWare, Intel, Yahoo, HP, Salesforce.Com, Facebook, you name it, aber auch Outposts namhafter anderer IT Firmen wie IBM oder Microsoft – alle sind sie im Silicon Valley vertreten. Und noch mehr wollen dabei sein. 

 

Ähnlich wie an der UNO haben namhafte Firmen der Informatikindustrie oder andere die Innovation schnuppern wollen, ihre Outposts oder Verbindungsbüros – gerne in Palo Alto oder Cupertino, nahe bei der Stanford University. Swisscom, Capgemini, T-Systems, VW, BMW – alle sind sie dort, um entsprechend die Trends zu schnuppern und dann in ihre Unternehmen zu inkorporieren – für die meisten ein schwieriges Unterfangen.

 

Die eigentliche Tour, veranstaltet für einige namhafte Schweizer Kunden und Influencer dankenswerterweise organisiert von Schweizer Account Managern der Firmen Cisco, VMWare, EMC VCE und Intel fand dann jeweils ganztags in Briefingräumen statt, die mal mehr oder weniger einladend waren. Um Fenster, so kann man es sagen, ist man als Europäer in jedem Fall immer recht dankbar.

 

Buzzwords reihten sich aneinander, “Fully-Automated and Converge Computing Business Model”, “vCloud Hybrid Service”, “Software Defined Data Center”, “Partnership and Strategic Alliance” und andere Schlagwörter pflasterten die Sprache der Meetingräume. Und die meisten Vorträge sind wahrscheinlich heute schon Makulatur, obwohl sie vor einer Woche noch von den Experten mit Inbrunst vorangetrieben worden sind, die neue Produktinnovation hat sie vertrieben.

 

 

Die zehn wichtigsten Trends

 

Alles bleibt gleich – bloss es wird schneller und bequemer. Und das wird aufwändig für diejenigen, die vorne dran bleiben wollen.

 

Der Businessnutzen und die erhöhte “Convenience” für Endanwender werden stärker als je zuvor in den Vordergrund treten. Entsprechend wird die Digitale Transformation wird immer stärker Einzug halten jenseits der typischen Informationstechik und Informatik. Denn nur dadurch können sehr schnell neue Geschäftsideen verwirklicht werden und die Erwartungshaltung der Endanwender ist inzwischen: “Kann ich das von meinem Smartphone aus erledigen?”. Egal, ob das nun zu Hause ist, oder in der Produktionsanlage oder beim Bestellen von Essen auf dem Münchner Oktoberfest. Inzwischen hat es bei 7 Milliarden Einwohnern 5 Milliarden Mobiltelefone, 1.1 Milliarden Facebook Nutzer – aber das wird nicht das Ende sein. Gehen wir mal von 20 Milliarden Mobile Devices in 3-5 Jahren aus, dann ist das wohl nicht einmal zu agressiv geschätzt.

 

Mobile Apps – bereits jetzt ein wichtiger Aspekt – werden die Zukunft darstellen, auf die eine oder andere Weise. Wahrscheinlich werden im Jahr 2020 80% – 90% der IT Budgets mehr oder minder indirekt von Mobile Apps tangiert. Bei meinen Befragungen bei Kunden gab es fast keinen, der nicht das Thema “Mobile App” auf seiner Agenda hatte. Klar – viele Unternehmen würden sich freuen, wenn die Vielfalt der Geräte eingedämmt wäre, aber wahrscheinlich ist diese Hoffnung trügerisch.

 

“The Internet of Things” wird immer wichtiger. Kommunikation von Maschine zu Maschine, aufgenommen durch Myriarden von Sensoren spielt eine wichtige Rolle. Entsprechend wird  

 

sich eine Verschiebung der Datenströme von “download” zu “upload” ergeben. Denn diese vielen Sensoren produzieren viele Daten, die entsprechend aggregiert und ausgewertet werden wollen. Und erst danach passiert dann der extrahierte Download von Information. Beispiele sind Verkehrssensoren in Strassen, Wettersensoren, Belastungssensoren bei Brücken – intelligente Strommessgeräte, Container und wohl auch bald Pakete – alles bekommt seine IP Adresse und meldet sich.

 

“Time to Market” ist für viele Informatikabteilungen ein grosses Muss. Waren vor einiger Zeit Wartezeiten auf neue Serversyteme von 5-6 Wochen noch von den Endbenutzeren akzeptiert, werden heutzutage Provisionierungen von Leistungen automatisch, quasi im 20-Minuten-Abstand erwartet. Dies geht natürlich nur durch virtualisierte und gemanagte Systeme – cui bono? Natürlich denjenigen Businessnutzern, die dadurch deutlich schneller eine Idee marktreif testen können. Dabei spielen dann Provisionierungs-, Management- und Abrechnungssysteme natürlich eine entscheidende Rolle, denn was nicht passieren darf, ist dass zwar ein System innerhalb von 15 Minuten bestellt werden kann, aber dann am Schluss keiner dafür zahlen will oder verantwortlich sein will.

 

Cloudsysteme werden die Regel – nicht mehr ein Novum sein. Software as a Service, Beispiele sind – Google Apps, Salesforce.com, Myerp.com oder auch Dropbox werden komplett aus der Cloud geliefert. Neugründungen von Unternehmen haben heutzutage kaum mehr ein Interesse, sich Systeme irgendwo hinzustellen, sondern lassen sich in den meisten Fällen alles aus der Cloud provisionieren.  

 

Consumerization wird immer wichtiger. Noch vor Jahren war es eher so, dass die Innovationen aus dem Office kamen – Stichwort: Schnelles Internet, Blackberry, gute Bürosoftware. Heutzutage hat sich der Trend gekehrt – die Endkonsumenten haben die gute Ware zuerst, iPhones, andere Smart Devices, Tablet PCs, Cloudsysteme und oft – dank Fibreoptics at Home oder anderem ein inzwischen deutlich schnelleres Interet zu Hause. Das Büro als Innovationstreiber für das Heim wird daher weniger relevant.

 

Converged Systems werden an zunehmender Bedeutung gewinnen. Was heisst das? Mit Converged Systems werden integrierte Systeme aus Server, Storage, SAN und Managementsystem genannt, die aufeinander abgestimmt dann einen deutlich verminderten Managementaufwand für das IT Infrastrukturpersonal haben. Gleichzeitig sind sie zusammen verwaltbar, so dass es Effizienzgewinne und Ressourceneinsparungen – vulgo Personaleinsparungen durch schlichtwegs weniger Aufwand in der Bedienung gibt.  Zudem werden diese  Converged Systems mit Cloudfunktionalität integriert und verheiratet. Von “aussen” wird ein Endbenutzer nicht mehr merken, ob ihm eine Ressource (Server, Storage) über ein eigenes, hauseigenes System dargereicht wird, oder über einen Cloud – von irgendwoher.

 

Twin-Teams werden in der Softwareentwicklung an Bedeutung gewinnen: In der Softwareentwicklung zeichnet sich ein spannender neuer Trend ab: Die coolen neuen Firmen in San Francisco entwickeln heutzutage “redundant” – zwei Entwickler sitzen gemeinsam an einem Computer, mit jeweils einer eigenen Tastatur, eigener Maus aber gemeinsamen Bildschirm. Die Produktivität und das gegenseitige Anstacheln und gleichzeitig die Qualität des entwickelten Codes rechtfertigt die doppelt so hohen Personalkosten gegenüber einem Entwickler anscheinend um ein Weites. Insbesondere im Bereich Scrum-Entwicklung scheint das in letzter Zeit immer deutlicher Einzug zu halten.

 

Das Deployment von Anwendungen im Unternehmen wird sich dramatisch verschnellern: Vom heutigen Zyklus eines monatelangen Ausprobierens, ob eine Software in die Unternehmensarchitektur passt, hin zu einer integrierten Implementierung innerhalb von weniger als einem Tag. Tools wie Pivotal sollen es möglich machen. Mal sehen, ob dafür auch die Geschäftsprozesse gerüstet sind, insbesondere die Reviewprozesse zwischen Informatik und Business. 

 

 

Budgets – Informatikbudgets werden wohl weiterhin wachsen – aber sehr wahrscheinlich ganz woanders als in der Informatik. Schattenbudgets in Lines of Business, IT getriebene Innovationen und Business Services im Marketing, im Verkauf oder auch in Produktionsprozessen werden stärker Einzug erhalten. Entsprechend ergibt sich eine Verschiebung der Informatikbudgets nochmals weiter weg vom Zentrum – der Informatikabteilung – hin zu den “Lines of Business”, die autonom ihre Servicelösungen bestellen – was dem Informatikleiter dann überbleibt, ist das “Plumbing”, also das Zusammenfügen der einzelnen Lösungen, so dass die Datenintegrität und der Fluss der Arbeit (Workflow) gewahrt bleibt.

 

 

Wer gewinnt, wer verliert?

 

Die Industrien, die am meisten von der Digitalen Transformation betroffen sein werden, sind diejenigen, wo man es am wenigsten vermutet. 

 

Government: Der öffentliche Bereich merkt inzwischen, dass der Bürger direkt informiert werden will und eine direkte Interaktion mit den Behörden haben will. Sei es bei Strassenbaumassnahmen, Staus, Steuern oder den Wahlen. Und gleichzeitig sollen die Abläufe transparent werden. Hier werden – je nach Sichtweise – die grössten Umwälzungen sein. 

 

Schulen und Universitäten: e-Delivery von Inhalten, interaktive Turorials, Prüfungen die elektronisch erfolgen – das sind nur einige Beispiele, die offensichtlich auf der Hand liegen. Kultusbehörden müssen handeln. Gleichzeitig wird sich die Frage stellen, was ist der Nutzen einer Präsenzuniversität, wenn vieles online erfolgen kann – der Fokus dort muss auch mehr auf die echte persönliche Zusammenarbeit und Sozialkompetenzen gelegt werden, denn die Inhalte bekommt man besser und schneller aus dem Netz. 

 

 

 

Fertigungsindustrie: The “Internet of Things” wird dort massive Auswirkungen in den Produktionsprozess erleben. Sowohl während der Produktion, aber auch dass die einzelnen Geräte “intelligent” werden. So kann man davon ausgehen, dass in fünf Jahren sogar ein Bügeleisen eine IP-Adresse hat und im WLAN kommuniziert. Fragt sich nur was. Für die Produktion des Bügeleisens wiederum eine vollintegrierte IP Produktionsanlage Standard sein. 

 

Automobil: Das Automobil der Zukunft wird wahrscheinlich vollkommen IP gesteuert sein, mit allen Vor- und Nachteilen. Vorteil wird der Abbau riesiger, kilometerlanger Kabelbäume sein, ein effizienteres Energiemanagement und auch für heutige Luxuskomponenten eine starke Preiserosion. Nachteil kann eventuell anfänglich eine leicht höhere Fehleranfälligkeit der Elektronik sein. 

 

Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie: Ein grosser Teil der Lebensmittel  – Schätzungen sagen bis zu einem Drittel – landet auf dem Müll. Hauptgrund ist schlechte Logistik. Durch Optimierung und der digitalen Transformation werden hier wertvolle Nahrungsmittel nicht mehr verschleudert – was  bei ansteigendem Wert der Lebensmittel aufgrund steigender Konkurrenz in der Nahrungsmittelnachfrage – Bevölkerungsexplosion, Biokraftstoffe – automatisch einen höheren Nutzwert nach sich zieht. 

 

Rohstoffförderung: Die Hauptproblematik bei der Rohstofförderung sind die Explorationskosten und das Finden der richtigen Förderorte. Intelligente Sensoren werden diese Förderung radikal verändern, Simulationen der optimalen Platzierung –  in der Erdölindustrie bereits sehr weit verbreitet, werden weiteren Einzug erhalten. 

 

Finanzdienstleistungen: Die Vereinbarung von Krediten ist immer noch sehr kompliziert und

 

erfordert zu viele Schritte – in fünf Jahren wird – dank digitaler Identitäten etc. die Kreditvergabe auf Knopfdruck über ein Smartphone erfolgen. High Net Worth Individuals erwarten dann wiederum auch mehr als eine blosse Replikation von Standardkonzepten, sondern eine massgeschneiderte Lösung für ihre Bedürfnisse. Und das erfordert wiederum Informationen, Daten und nochmals Daten. Und hat man dieses einmal zusammengestellt, ist die Anwendung dieses Konzepts auch für mittlere Einkommen sehr einfach. Beispiele und Prototypen gibt es bereits, unter anderem in Israel, aber auch die ersten Banken denken darüber nach.

 

Versicherungen: Risikovorsorge ist wichtig. Noch wichtiger das Erkennen und die Prävention möglicher Risiken. Dieses wird durch die Cloud einfacher und damit auch das Pricing abnormer Risiken, bevor sie eintreten. Was jedoch auf der Strecke bleibt, ist wohl der Feld-, Wald- und Wiesenversicherer. Versicherungen werden entsprechend die grössten Konsolidierungswellen sehen, da ihre Prämienforderungen nach unten gehen.

 

Versorger inklusive Telecoms: Zwar boomen die Telecoms aufgrund des steigenden Internetverkehrs, gleichzeitig ist der Investitionsbedarf so hoch, dass nicht mehr viel Marge übrig bleibt. Und entsprechend wird es Kapazitätsengpässe weiterhin geben und wohl aufgrund dessen ein Zweiklassen-Internet. Wer mehr zahlt, bekommt die wichtigen und guten Informationen, wer wenig zahlt, wird abgespeist mit Informationen für die Massen. Energie – und Wasserversorger wiederum haben inzwischen weltweit aufgrund des Staus an Investitionen und der inzwischen gealterten Infrastruktur – gekoppelt mit der Energiewende in einigen Ländern – einen Riesenbedarf an “Smart Technology”. Dieses wird die Netze zwar ein wenig optimieren, jedoch ändert dies nichts an der Grundsatzfrage, dass hier viel erneurt werden muss – 20 Jahre Stau in den westlichen Ländern sind nicht so einfach aufholbar. 

 

Bauwirtschaft und Architektur: Die Bauwirtschaft hat bereits das “Smart Home” entdeckt, die Architektur hinkt der Thematik immer noch hintennach. Inwzsichen ist das Wohnzimmer mit gemeinsamem Fernseher nicht mehr der Lebensmittelpunkt, die Familie sitzt eher vereinzelt – jedoch vernetzt mit Freunden und Bekannten vor einer Insel von Smartphone oder Tablet. Der Fernseher bleibt aus. Im Bürogebäudebereich werden auch neue Konzepte fällig – nochmals deutlich modularer, mehr treffpunktorientiert, jedoch mit Zonen der Ruhe und des stillen Arbeitens. 

 

Consulting: Consulting wird eine Bifurkation erleben – zum einen wird der hochwertige “Solution Shop” wie vonGammCom Global weiter erhalten bleiben. Was jedoch immer mehr in Richtung Leistungsorientierung – Price per Performance –  gehen wird, sind Standardserviceanbieter wie Accenture, Capgemini, IBM Consulting. Diese werden stärker in Richtung Business-Service-Outsourcern gehen und dort stark mit hochindustrialisierten – indischen – Serviceprovidern kämpfen müssen, mehr als heute. Im Endeffekt reden wir dann auch nicht mehr über Consulting, sondern über Business Process Outsourcing – mit einer kleinen Anpassung an bessere Prozesse, die dann beratungsintensiv ist. Aber neue Ideen? Nur von “Solution Shops”. 

 

 

 

Die Hersteller

 

 

Die jeweils besuchten Firmen zeigten sich von ihrer Schokoladenseite und präsentierten ihre Neuerungen und gaben – leider viel zu gering – darüber hinaus einen Blick in ihre Roadmaps. Es scheint inzwischen der Trend Einzug zu halten, dass Roadmaps immer stärker verschlossen werden und lediglich Produktankündigungen dann kommuniziert werden. Ansich sehr weise, denn viele Ankündigungen entpuppten sich als Schall und Rauch.

 

Cisco insbesondere sieht sich stark an der Gewinnerfront. Momentan vor allem in der Informatik vertreten, sieht Cisco, dass die IP-basierte Steuerung mit der Zeit fast überall Einzug halten wird, eben auch bei Maschinensteuerungen, Autos, eventuell verspätet auch bei Flugzeugen oder im

 

Bereich der Versorger. Vorteil ist die grössere, bessere Vernetzung, Nachteil ist – wie kann es sein: Sicherheitsrisiken aufgrund der grösseren Vernetzung.

 

Gewinner der Cloud wird ganz klar VMWare sein. Von der früheren kleinen Bude für Virtualisierung und Hypervisor hat sich VMWare zu einer Firma für integriertes Server- und Storagemanagement gemausert. Und entsprechend werden viele Cloud-Nutzer auf die eine oder andere Weise eben VMWare Produkte nutzen, eben indirekt. Es gibt zwar auch Alternativen zu VMWare – jedoch erscheint es so, dass die Alternativen eher Kopisten sind. VMWare gehört übrigens zu 90% der EMC.

 

EMC – ein klassicher Geräte- und Softwarehersteller hat mit seinen VBlock und seiner Software Horizon auch einige Asse im Ärmel. Bekannt durch Speicherlösungen, die zwar teuer aber gut sind, profitiert EMC vom immensen Datenwachstum im Internet und vom erhöhten Managementbedarf. Die Frage stellt sich auch für EMC, wie mit den Informationen, die sich aus den Daten ergeben, am effizientesten umgegangen werden kann.

 

Intel wiederum ein Paradebeispiel von jahrzehntelanger Arbeit scheint weiterhin gut aufgestellt zu sein, viele Akquisitionen, viel Forschung, viele Patente, hohe Marktdominanz, viele Ideen. Zwar dominieren inzwischen im Mobilbereich Prozessoren von ARM, doch Konkurrenz belebt das Geschäft, so die Hoffnung. Jedoch weckt die allzustarke Kooperation mit den Bundesbehörden der USA datenschutzrechtliche Bedenken in Europa, so zum Beispiel beim Einsatz der vPro Technologie, das die komlette Fernwartung selbst ausgeschalteter Geräte ermöglicht oder Festplatten entschlüsseln kann.

 

 

Die Zukunft

 

Was wird relevant im Silicon Valley, was wird gehen? Ansich fast noch einfach. Nur der Wandel ist weiterhin relevant. Klarerweise versuchen alle Finanzchefs, alle Strategen in den Firmen ihre Marktmacht irgendwie zu zementieren, einen “Vendor Lock-In” zu generieren und die Kunden von sich abhängig zu machen – aber um die Ecke lauert das Neue, das Bessere, und das wird oft schneller genutzt als man gedacht hat. Die Vergangenheit hat es gezeigt. Ikonen der früheren Namhaftigkeit in der IT Industrie – Visicalc, Borland, Novell, Connect, Corel Systems, Blackberry sie alle sind verschwunden oder manche gerade vor dem Exitus.

 

 

Kasten:

Das Gruselkabinett der Software-Architektur

 

 

Einen Abstecher wie die Wineyards – zum Beispiel das “Clos La Chance” oder eine kleine Tour zum Lachsfang in der Bay gehören natürlich auch dazu und entspannen sehr- jedoch, das was am eindrücklichten und wohl am grusligsten ist ist, das Winchester Mystery House, direkt im Zentrum von San Jose gelegen erinnerte mich und meine Mitreisenden dabei an eine Art von Softwarearechitektur, wie sie bei Banken und anderen “gewachsenen Instituten” gerne zum Einsatz kommt. Sarah Winchester, die Witwe des Winchester-Waffenfabrikanten, baute dabei über Jahrzehnte ein seltsam verwinkeltes Haus mit über 160 Räumen, 15 Bädern und noch weiteren Kuriositäten wie Fenster, die sich ins Nichts öffneten oder Minitreppen gegen ihre Athritis. In den 160 Räumen wohnte sie fast alleine. Und so erscheint einem heutzutage manch Unternehmensarchitektur, sie ist gewachsen und besteht oftmals nur noch für sich – l’art pour l’art. Insofern ist das Winchester Mistery House eine Art Mahnmal, zwischendurch die alten Dinge hinter sich zu lassen und einen Neuanfang zu wagen.

 

 

Über Adlige

Über Adlige, 25. März 2013

Über Adlige

Natürlich wissen wir alle, wie eine Regierung der Unfähigen aussieht: Die Herren tragen Uniform mit Monokel, sie haben einhellig ein “von” im Namen und Grafen-, Fürsten- oder sonstige Titel. Sie sind Militärs aus Leidenschaft, kennen das Leben ihrer Untertanen nur aus gelegentlichen Besichtigungen. Sie bewegen sich nur dort zu Fuß, wo es unumgänglich ist und leben in einer streng abgeschirmten Welt. Und ja, sie erlassen nach Lust und Laune Gesetze, die nur beschränkt in die Realität umsetzbar sind.

 

So sehen wir das in Filmen, so wird uns der Adel vorgeführt. Das Volk darbt und bezahlt Steuern, die Obrigkeit praßt und feiert Feste.

 

Gab es das wirklich? Oh ja, das kam durchaus vor. Hin und wieder genoß der Adel ein ausschweifendes Leben, nicht anders als reiche Erben, die alles aufbrauchen, was ihre Vorfahren erarbeitet haben. Das war aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Der kleine Landgraf, der ein eigenständiger Landesherr war, der einen Landkreis regiert hat mit nicht einmal 50.000 Untertanen, mußte für die Zukunft planen, für seine Söhne und Enkel. Da gab es kein Verprassen, sondern kluges Investieren, Vorsorgen, Auf- und Ausbauen.

 

Betrachten Sie den Adligen als einen Firmenchef, mit 300 Angestellten und 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Das klingt zunächst sehr viel, es reicht für eine Villa und einen großen Wagen, für einen gehobenen Lebensstandard. Ein Segelboot auf dem Ammersee ist noch drin, eine Yacht in Monte Carlo jedoch nicht mehr. Diese Sorte Unternehmer fährt ihr Auto lieber zwei Jahre länger und kauft von dem ersparten Geld eine neue Maschine.

 

Diese Leute sind nicht arm, es geht ihnen deutlich besser als ihren Angestellten, aber ihre Bäume wachsen nicht in den Himmel. Der durchschnittliche Adlige mußte es genauso halten. Wenn er einen Eichenwald anpflanzen ließ, dann wußte er, daß dieses Land erst in hundert Jahren Gewinn erwirtschaftete. Er tat es trotzdem, weil er wußte, daß seine Urenkel Bauholz benötigten. Der Adlige mußte repräsentieren, aber zugleich an seine Staatskasse denken. Ein teueres Feuerwerk gab es nicht als Untermalung einer sommerlichen Lustbarkeit, sondern bei der Heirat, beim zehnjährigen Regierungsjubiläum oder zu ähnlich herausgehobenen Anlässen.

 

Sogar Prunkbauten verfolgten ein politisches Kalkül. Das Schloß von Versailles verherrlichte nicht nur König Ludwig XIV., es band zugleich die Adligen an seinen Hof und sorgte dafür, daß der Landesherr sie unter seiner Kontrolle hatte. Wenden wir uns dem Musterbeispiel des Militäradels zu, den Preußen. Die preußischen Landadligen waren keine Landes-, sondern nur Gutsherren. Der erste Sohn gehörte dort dem Gut, also dem väterlichen Erbe. Der zweite Sohn gehörte dem König, der ging zum Militär und wurde Offizier. Den dritten Sohn bekam die Kirche, der wurde Pfarrer.

 

 

Der Adel genoß Steuerprivilegien, gewiß, selten wird jedoch darauf hingewiesen, daß mit diesem Privileg auch eine Pflicht verbunden war: dem König Soldaten zu stellen. Der Herr Oberst ritt einem Regiment seiner eigenen Bauern voran, er riskierte in einer Schlacht sein eigenes Vermögen, die Arbeitskraft auf seinen Ländereien. Ein Feldzug war nicht das ersehnte Bad in Pulver und Blei, das dem Anführer zu Ruhm und Unsterblichkeit führte, sondern ein wirtschaftliches Wagnis, das niemand leichtfertig auf sich nahm.

 

Diese Situation herrschte im Mittelalter und nach dem Dreißigjährigen Krieg, dazwischen gab es die Söldnerheere der Landsknechte. Wer bei den Landsknechten in der Schlacht fiel, den brauchte sein Hauptmann nicht mehr zu bezahlen, doch Hauptleute, die ihre Truppen sinnlos verheizten taten sich schwer, ihre gelichteten Reihen wieder aufzufüllen. Erst unter Napoleon erreichte die Menschenverachtung die militärische Führung. Die Volksheere waren gesichtslose Massen, zusammengezogen aus allen Teilen des Landes. Der Kaiser der Franzosen war ein Emporkömmling, er führte keine Untertanen, deren Großväter schon seinem Großvater gedient hatten, sondern Menschen, die von den Wirren der Revolution in die Armee gespült wurden. Er führte das Heer einer Demokratie, eingesetzt und geopfert wie Schachfiguren.

 

Interkulturalität, Die Schuldenkrise, Argentinien und alles das… ein paar Gedanken zum Tag.

 

Interkulturalität, zum Glück heutzutage mit dem Flugzeug In den vergangenen zwölf Monaten habe ich im Rahmen meiner interkulturellen Studien sechzehn Länder auf vier Kontinenten bereist, alle sehr verschieden, mit unterschiedlichen Systemen, Ausgangspunkten und Kulturen. Allen gemein ist jedoch die Bürde der Ungleichheit. Dabei wurde mir klar, dass der klare Verlierer der im Jahr 2008 beginnenden Finanzkrise die Mittelschicht ist. Die Armen waren vorher pleite und sind es weiterhin, ganz Reiche kratzt es weitestgehend marginal, zumindest diejenigen die ich kenne. Generationenweise wiederum trifft es die jüngeren eher als die Älteren. Und wahrscheinlich ist genau die Mittelschicht an der Schuldenkrise schuld, die jetzt am meisten darunter leidet – zeitlich versetzt. 

 

Nicht Kapitalisten, sondern unfähige Politiker laufen Amok – egal wo. Ohne Ausnahme, überall. Denn „Retten“ bringt die Wiederwahl, bringt Wahlkampfspenden, lässt hoffentlich alles beim alten. Das “Emotionale” ist inzwischen wichtiger als Kenntnis, Kompetenz oder das Zustandebringen.

 

Die Kaufkraft der Mittelschicht wird dabei durch steigende Energie- und Rohstoffpreise und mangelnde Preismacht auf dem Arbeitsmarkt aufgezehrt und durch die expansive Geldpolitik gemindert. Die Jüngeren werden inzwischen durch eine inflationierte Bildungsmafia in ein überzogenes unnützes Wissenssystem gepresst, das aber auf die Essentialia des Lebens kaum vorbereitet, dafür aber eine Menge Geld und Zeit kostet.

 

War früher war alles besser? Nicht alles, aber manches: Mein Einstiegsgehalt das ich vor 17 Jahren bei IBM erhalten habe, ist heute als Absolutbetrag  – trotz aller Inflation und umgerechneter Währungsreform – immer noch ein Traumsalär für Hochschulabsolventen in Deutschland. Doch

 

was sagt mir das? Die Disparität Jung-Alt wird immer grösser, und gleichzeitig wird die Abgabenlast durch Pensionsabgaben, Mieten (sind auch nur Renten) immer höher. Ein Mittelschichts- und Generationenproblem, gleichzeitig sagt die Propaganda genau das Gegenteil. Erstaunlich, oder?

 

Wer ist nun schuld? Die Reichen? Die Armen? Ich denke, weder noch, sondern es ist wohl genau die gleiche Mittelschicht schuld daran, die sich die bequemen Ratenkredite genommen hat, die die überzogenen Ansprüche an sich, das Auto, das Einkind, den Zweitwohnsitz und die viel zu vielen Ferien gehabt haben – immer mehr immer besser, ohne darüber nachzudenken, dass das alles natürlich auch seinen Preis hat. Gleichzeitig jedoch würde es für viele unerträglich werden, keinen CERAN-Herd oder Steamer mehr zu Hause zu haben oder ein Auto ohne Klimaanlage zu fahren.  Und der grosse Produktivitätssprung, den der PC und das Internet geschaffen hat, wurden gleich wieder durch die gleichen Geräte (wann und wo lest ihr diesen Artikel denn, naa?) teilweise eliminiert und gleichzeitig wollte sich keine Mittelschicht mehr die Hände schmutzig machen, wodurch die Jobs von „Managerchen“ inflationiert sind, aber nicht deren Werthaltigkeit. Ich meine, wer will schon wirklich für einen Risk Manager, ein Marketier oder für einen Hakerlmacher so viel Geld zahlen? Viele spüren ganz tief drinnen:  das ist optional! Ich zahle für den, der mir in Krisenzeiten viel Geld spart oder demjenigen, der mit viel Geld bringt, also zum Beispiel Anwälte, Krisenmanager, Krebsärzte und Geschäftemacher in meinem Auftrag. Vor der Krise und wenn alles auf Autopilot läuft: Wozu? Aber das sind die Jobs die alle haben wollen.

      

Greece 1927 oder so. Doch fragen wir uns doch mal kurz: Woher kam denn das ganze Geld für die Schulden, egal ob es nun Griechenschulden, Konsum- und Leasingschulden, Hausschulden oder sonstige sind? Nun, da gibt es drei Möglichkeiten: von den Armen wohl nicht, denn die sind eh pleite. Von den Reichen manchmal, wenn sie es nicht selbst für sich angelegt haben – denn oft besteht der Reichtum dort in einem grösseren abbezahlten Haus, Häuser in denen andere für sie Mieterträge erarbeiten, aus Sachwerten und der eigenen hoffentlich schuldenfreien Firma, erst später und erstaunlich wenig kam die Anlage in Anleihen in Frage, gerade in alten reichen Familien haben dort schon dort von der Grossmutter Inflationsgeld mit Millionenbeträgen zum Spielen im Kaufladen erhalten oder Anleihen zum Tapezieren übrig geblieben sind.

 

Bleibt also als Haupteinnahmequelle der Mittelschicht sie selbst übrig – und natürlich die Kreation von neuem Geld aus dem „Nichts“, in Europa seit Ende Dezember 2011 sind das schnelle 1‘072 Milliarden Euro, vom „Target-2 Dispo“ in Höhe von nochmals 1‘200 Milliarden Euro mal abgesehen. Dieses Geld aus dem „Nichts“ addiert sich weitestgehend zur Eigenfinanzierung der Mittelschicht dazu, diese hat es in einem Ponzischema aus Pensionskassen, Lebensversicherungen und „Geldanlagen“ umverteilt – und oh siehe da: meistens dorthin verliehen wo es verfressen oder verf**t (Ausgabe für „Liebhaberobjekte“) wurde, jedoch kam es kaum in die Anlage von wertsteigernden, wertschaffenden oder wenigstens werterhaltenden Gütern.

 

     

Liebhabersubjekte?

Ich meine, manche betrachten ja Kunst als wertsteigernd, ich möchte darauf hinweisen, dass die meiste Kunst – auch die Monalisa von Leonardo – einen Materialwert von ein paar Euro hat und einen Brennwert von circa einem Liter Öl. Der Rest ist eine reine Modefrage, so wie wir es schon hundertemale gesehen haben. So musste als Beispiel mein alter Kumpel Max Beckmann auch in den 70er und 80er Jahren seine Wert-Durstrecke hinlegen, davor und jetzt wieder ist er sehr in Mode.

 

Seit 1972 – und insbesondere in den letzten drei Jahren – ist der Schuldenstand ständig gestiegen. Um die Verschuldung zu finanzieren, haben die geldpolitischen Entscheidungsträger die Kapitalkosten sukzessive gesenkt, meistens durch Marktmanipulationen und temporären Tricks. Bilanzen wurden “leveraged” um weiter mitzumachen, finanzielle Massenvernichtungswaffen wie z.B. Autoleasing etc. sind inzwischen so normal, dass es wehtut. Die Methoden und Prinzipien sind überall gleich. Mittlerweile hat die Welt ein Zinsniveau von quasi null Prozent erreicht und trotzdem sind die meisten Länder – und die Leute völlig überschuldet. Das Problem ist überaus real, denn die Dynamik der Exponentialkurve ist unbeirrbar. Wenn die Zinsschraube angedreht wird, dann geht’s los.

 

Was hat das alles mit dem Interkulturellen zu tun? Nun, eine der Dimensionen, in denen sich Kulturen unterscheiden ist „Longtermism“ um Gert Hofstede heranzuziehen. Lateinische Kulturen haben einen anderen Begriff für lang- und kurzfristig als nordische Kulturen. Dazu kommt der Begriff von Religion. Der katholische Glaube sieht z.B. die Absolution für den Erlass von Schuld und Sünde vor, im Protestantismus kommt man so oder so in die Hölle. Und andere Religionen haben noch ganz andere Sichtweisen auf das Thema Schuld, ich möchte jetzt nicht vom Schuldbegriff im Talmud oder über „halal banking“ reden, für letzteres habe ich extra mal extra in 2007 eine Studie angefertigt, die dann – wie so oft schubladisiert wurde. Die Attitüde zu zeitnahem und überhaupts Rückzahlen zu kennen ist irgendwie wohl Teil einer Kulturwissenschaft.

 

Und zudem: In anderen Ländern gab es die Schuldenkrisen schon viel öfter – und heftiger. Zeit also davon zu lernen. Ab morgen sehe ich ich in Argentinien nach dem Rechten. Neben meiner strategischen Sprechstunde, die ich am Mittwoch abhalte und gespannt bin, wer kommt, besuche ich am Donnerstag den Rotary Club de la Plata und schaue mich auf Golfplätzen, Rennplätzen, Strassen, Pools und Clubs, aber eben auch im Zug, der Subte, den Plätzen, den Cafes um. Eventuell noch auf einer Rinderfarm – mich interessiert die Stimmung der Leute, ich möchte wissen wie die Leute denken, aus unterschiedlichen Gegenden und Schichten, ganz oben, aber auch eben das was viele nicht anschauen. Ein guter Bekannter – ein Top-Headhunter aus München – hat mir kürzlich gesagt: “Würden “meine” Vorstände öfters mit der U-Bahn fahren, müsste ich sie weniger austauschen, denn dann wüssten sie was die Leute denken und wollen”…

 

     

 

 

Buenos Aires, 2011 Argentinien ist das Posterkind eines finanziellen Defaults, der aufgrund amoklaufender Politiker, gepaart mit Schuldenfinanzierung und einem aufgeblähten Staatshaushalt im Jahr 2001 alle Viere von sich gestreckt hat. Hart und beschwerlich war der Neustart, jedoch: in Argentinien hat es Substanz, Industrie, Landwirtschaft, Handel, Menschen, Bildung… Die Substanz wurde woanders jedoch schon längst verhökert. Lieblingsgegenbeispiel: The “Boring Island”. Dort ist alles weg, was nicht niet-und nagelfest ist. Und Bildung.. naja…

 

Ich bin gespannt, wie sich Argentinien nach einem Jahr verändert hat – wie hat sich das Strassenbild verändert, sind die Leute fröhlicher drauf oder lassen sie eine Lätschn hängen, wie es so treffend im Bayrischen heisst? Viele positive Artikel in den letzten Wochen lassen mich gespannt aufmerken, ob sich am Rio de la Plata eine Stimmungsveränderung eingestellt hat oder ob das nur mal wieder eine Auftrags-PR-Agentur war, die für eine Handvoll Dollares den Aufschwung herbeihext. Dem Währungskurs CHF/ARS (im Link hierhttps://www.comdirect.de/inf/waehrungen/detail/chart.html?timeSpan=5Y&ID_NOTATION=8358155#timeSpan=SE&e& )  schaut es eher so aus, als ob der Aufschwung „fabricated“ ist.

 

Mehr bald.

 

 

PS: Kommentare sind willkommen. Heute musste ich von einem Kollegen hören, dass er  gerne kommentieren würde, sich aber irgendwie nicht traut… ist die innere Schere schon so stark?

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