Tag Archives: no_label

SSD Festplatten und Hybride SHDs

 

Wer einen guten alten Laptop hat, tut oft besser daran, ihm einfach eine neue Festplatte in den Bauch einzubauen (Systemabbild vorher erstellen, dann dort wieder aufspielen, dann ggf. Partition erweitern, oder Partition kopieren). Das ist besser und günstiger als sich einen neuen Laptop zu kaufen, da die Technologie bei den meisten Geräten nicht wirklich fortgeschritten ist.

Ich habe mich bei meinen beiden Laptops (ein HP Pavillon, sieben Jahre alt, mit Ubuntu Linux, 4 GB RAM) und ein Thinkpad T510 (Windows 8.1 64 Bit, Intel i7, 4GB RAM mit UMTS Einbau etc blahblah) jeweils für eine 1 Terabyte (1024 GB) Seagate SHDD Festplatte entschieden. Die SHDD Technologie verbindet die SSD (Solid State Disk) Eigenschaften mit einer normalen Festplatte zu einem akzeptablen Preis. Kostenpunkt neben einem ruhigen Wochenende, jeweils 85 Euro.

Nutzen neben einem Geschwindigkeitszuwachs von ca. 3-5, insbesondere bei den Ladezeiten: Fünfmal so viel Kapazität, ansonsten ist alles beim Alten, d.h. die liebevoll angepasste Konfiguration bleibt natürlich gleich.

Die neue Geschwindigkeit und Kapazität sollte jetzt mal reichen und bis Laptops daherkommen, die ganz neue phänomenale Eigenschaften haben, werden es wohl diese beiden aufgebockten und danach liebevoll gereinigten und gewienerten Geräte noch eine gute Zeit tun.

PS: Server habe ich für meine Firma eh keine, bei mir ist alles, inklusive ERP, Groupware etc. in der Cloud, das meiste bei Google.

 

Über Adlige

Über Adlige, 25. März 2013

Über Adlige

Natürlich wissen wir alle, wie eine Regierung der Unfähigen aussieht: Die Herren tragen Uniform mit Monokel, sie haben einhellig ein “von” im Namen und Grafen-, Fürsten- oder sonstige Titel. Sie sind Militärs aus Leidenschaft, kennen das Leben ihrer Untertanen nur aus gelegentlichen Besichtigungen. Sie bewegen sich nur dort zu Fuß, wo es unumgänglich ist und leben in einer streng abgeschirmten Welt. Und ja, sie erlassen nach Lust und Laune Gesetze, die nur beschränkt in die Realität umsetzbar sind.

 

So sehen wir das in Filmen, so wird uns der Adel vorgeführt. Das Volk darbt und bezahlt Steuern, die Obrigkeit praßt und feiert Feste.

 

Gab es das wirklich? Oh ja, das kam durchaus vor. Hin und wieder genoß der Adel ein ausschweifendes Leben, nicht anders als reiche Erben, die alles aufbrauchen, was ihre Vorfahren erarbeitet haben. Das war aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Der kleine Landgraf, der ein eigenständiger Landesherr war, der einen Landkreis regiert hat mit nicht einmal 50.000 Untertanen, mußte für die Zukunft planen, für seine Söhne und Enkel. Da gab es kein Verprassen, sondern kluges Investieren, Vorsorgen, Auf- und Ausbauen.

 

Betrachten Sie den Adligen als einen Firmenchef, mit 300 Angestellten und 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Das klingt zunächst sehr viel, es reicht für eine Villa und einen großen Wagen, für einen gehobenen Lebensstandard. Ein Segelboot auf dem Ammersee ist noch drin, eine Yacht in Monte Carlo jedoch nicht mehr. Diese Sorte Unternehmer fährt ihr Auto lieber zwei Jahre länger und kauft von dem ersparten Geld eine neue Maschine.

 

Diese Leute sind nicht arm, es geht ihnen deutlich besser als ihren Angestellten, aber ihre Bäume wachsen nicht in den Himmel. Der durchschnittliche Adlige mußte es genauso halten. Wenn er einen Eichenwald anpflanzen ließ, dann wußte er, daß dieses Land erst in hundert Jahren Gewinn erwirtschaftete. Er tat es trotzdem, weil er wußte, daß seine Urenkel Bauholz benötigten. Der Adlige mußte repräsentieren, aber zugleich an seine Staatskasse denken. Ein teueres Feuerwerk gab es nicht als Untermalung einer sommerlichen Lustbarkeit, sondern bei der Heirat, beim zehnjährigen Regierungsjubiläum oder zu ähnlich herausgehobenen Anlässen.

 

Sogar Prunkbauten verfolgten ein politisches Kalkül. Das Schloß von Versailles verherrlichte nicht nur König Ludwig XIV., es band zugleich die Adligen an seinen Hof und sorgte dafür, daß der Landesherr sie unter seiner Kontrolle hatte. Wenden wir uns dem Musterbeispiel des Militäradels zu, den Preußen. Die preußischen Landadligen waren keine Landes-, sondern nur Gutsherren. Der erste Sohn gehörte dort dem Gut, also dem väterlichen Erbe. Der zweite Sohn gehörte dem König, der ging zum Militär und wurde Offizier. Den dritten Sohn bekam die Kirche, der wurde Pfarrer.

 

 

Der Adel genoß Steuerprivilegien, gewiß, selten wird jedoch darauf hingewiesen, daß mit diesem Privileg auch eine Pflicht verbunden war: dem König Soldaten zu stellen. Der Herr Oberst ritt einem Regiment seiner eigenen Bauern voran, er riskierte in einer Schlacht sein eigenes Vermögen, die Arbeitskraft auf seinen Ländereien. Ein Feldzug war nicht das ersehnte Bad in Pulver und Blei, das dem Anführer zu Ruhm und Unsterblichkeit führte, sondern ein wirtschaftliches Wagnis, das niemand leichtfertig auf sich nahm.

 

Diese Situation herrschte im Mittelalter und nach dem Dreißigjährigen Krieg, dazwischen gab es die Söldnerheere der Landsknechte. Wer bei den Landsknechten in der Schlacht fiel, den brauchte sein Hauptmann nicht mehr zu bezahlen, doch Hauptleute, die ihre Truppen sinnlos verheizten taten sich schwer, ihre gelichteten Reihen wieder aufzufüllen. Erst unter Napoleon erreichte die Menschenverachtung die militärische Führung. Die Volksheere waren gesichtslose Massen, zusammengezogen aus allen Teilen des Landes. Der Kaiser der Franzosen war ein Emporkömmling, er führte keine Untertanen, deren Großväter schon seinem Großvater gedient hatten, sondern Menschen, die von den Wirren der Revolution in die Armee gespült wurden. Er führte das Heer einer Demokratie, eingesetzt und geopfert wie Schachfiguren.

 

Interkulturalität, Die Schuldenkrise, Argentinien und alles das… ein paar Gedanken zum Tag.

 

Interkulturalität, zum Glück heutzutage mit dem Flugzeug In den vergangenen zwölf Monaten habe ich im Rahmen meiner interkulturellen Studien sechzehn Länder auf vier Kontinenten bereist, alle sehr verschieden, mit unterschiedlichen Systemen, Ausgangspunkten und Kulturen. Allen gemein ist jedoch die Bürde der Ungleichheit. Dabei wurde mir klar, dass der klare Verlierer der im Jahr 2008 beginnenden Finanzkrise die Mittelschicht ist. Die Armen waren vorher pleite und sind es weiterhin, ganz Reiche kratzt es weitestgehend marginal, zumindest diejenigen die ich kenne. Generationenweise wiederum trifft es die jüngeren eher als die Älteren. Und wahrscheinlich ist genau die Mittelschicht an der Schuldenkrise schuld, die jetzt am meisten darunter leidet – zeitlich versetzt. 

 

Nicht Kapitalisten, sondern unfähige Politiker laufen Amok – egal wo. Ohne Ausnahme, überall. Denn „Retten“ bringt die Wiederwahl, bringt Wahlkampfspenden, lässt hoffentlich alles beim alten. Das “Emotionale” ist inzwischen wichtiger als Kenntnis, Kompetenz oder das Zustandebringen.

 

Die Kaufkraft der Mittelschicht wird dabei durch steigende Energie- und Rohstoffpreise und mangelnde Preismacht auf dem Arbeitsmarkt aufgezehrt und durch die expansive Geldpolitik gemindert. Die Jüngeren werden inzwischen durch eine inflationierte Bildungsmafia in ein überzogenes unnützes Wissenssystem gepresst, das aber auf die Essentialia des Lebens kaum vorbereitet, dafür aber eine Menge Geld und Zeit kostet.

 

War früher war alles besser? Nicht alles, aber manches: Mein Einstiegsgehalt das ich vor 17 Jahren bei IBM erhalten habe, ist heute als Absolutbetrag  – trotz aller Inflation und umgerechneter Währungsreform – immer noch ein Traumsalär für Hochschulabsolventen in Deutschland. Doch

 

was sagt mir das? Die Disparität Jung-Alt wird immer grösser, und gleichzeitig wird die Abgabenlast durch Pensionsabgaben, Mieten (sind auch nur Renten) immer höher. Ein Mittelschichts- und Generationenproblem, gleichzeitig sagt die Propaganda genau das Gegenteil. Erstaunlich, oder?

 

Wer ist nun schuld? Die Reichen? Die Armen? Ich denke, weder noch, sondern es ist wohl genau die gleiche Mittelschicht schuld daran, die sich die bequemen Ratenkredite genommen hat, die die überzogenen Ansprüche an sich, das Auto, das Einkind, den Zweitwohnsitz und die viel zu vielen Ferien gehabt haben – immer mehr immer besser, ohne darüber nachzudenken, dass das alles natürlich auch seinen Preis hat. Gleichzeitig jedoch würde es für viele unerträglich werden, keinen CERAN-Herd oder Steamer mehr zu Hause zu haben oder ein Auto ohne Klimaanlage zu fahren.  Und der grosse Produktivitätssprung, den der PC und das Internet geschaffen hat, wurden gleich wieder durch die gleichen Geräte (wann und wo lest ihr diesen Artikel denn, naa?) teilweise eliminiert und gleichzeitig wollte sich keine Mittelschicht mehr die Hände schmutzig machen, wodurch die Jobs von „Managerchen“ inflationiert sind, aber nicht deren Werthaltigkeit. Ich meine, wer will schon wirklich für einen Risk Manager, ein Marketier oder für einen Hakerlmacher so viel Geld zahlen? Viele spüren ganz tief drinnen:  das ist optional! Ich zahle für den, der mir in Krisenzeiten viel Geld spart oder demjenigen, der mit viel Geld bringt, also zum Beispiel Anwälte, Krisenmanager, Krebsärzte und Geschäftemacher in meinem Auftrag. Vor der Krise und wenn alles auf Autopilot läuft: Wozu? Aber das sind die Jobs die alle haben wollen.

      

Greece 1927 oder so. Doch fragen wir uns doch mal kurz: Woher kam denn das ganze Geld für die Schulden, egal ob es nun Griechenschulden, Konsum- und Leasingschulden, Hausschulden oder sonstige sind? Nun, da gibt es drei Möglichkeiten: von den Armen wohl nicht, denn die sind eh pleite. Von den Reichen manchmal, wenn sie es nicht selbst für sich angelegt haben – denn oft besteht der Reichtum dort in einem grösseren abbezahlten Haus, Häuser in denen andere für sie Mieterträge erarbeiten, aus Sachwerten und der eigenen hoffentlich schuldenfreien Firma, erst später und erstaunlich wenig kam die Anlage in Anleihen in Frage, gerade in alten reichen Familien haben dort schon dort von der Grossmutter Inflationsgeld mit Millionenbeträgen zum Spielen im Kaufladen erhalten oder Anleihen zum Tapezieren übrig geblieben sind.

 

Bleibt also als Haupteinnahmequelle der Mittelschicht sie selbst übrig – und natürlich die Kreation von neuem Geld aus dem „Nichts“, in Europa seit Ende Dezember 2011 sind das schnelle 1‘072 Milliarden Euro, vom „Target-2 Dispo“ in Höhe von nochmals 1‘200 Milliarden Euro mal abgesehen. Dieses Geld aus dem „Nichts“ addiert sich weitestgehend zur Eigenfinanzierung der Mittelschicht dazu, diese hat es in einem Ponzischema aus Pensionskassen, Lebensversicherungen und „Geldanlagen“ umverteilt – und oh siehe da: meistens dorthin verliehen wo es verfressen oder verf**t (Ausgabe für „Liebhaberobjekte“) wurde, jedoch kam es kaum in die Anlage von wertsteigernden, wertschaffenden oder wenigstens werterhaltenden Gütern.

 

     

Liebhabersubjekte?

Ich meine, manche betrachten ja Kunst als wertsteigernd, ich möchte darauf hinweisen, dass die meiste Kunst – auch die Monalisa von Leonardo – einen Materialwert von ein paar Euro hat und einen Brennwert von circa einem Liter Öl. Der Rest ist eine reine Modefrage, so wie wir es schon hundertemale gesehen haben. So musste als Beispiel mein alter Kumpel Max Beckmann auch in den 70er und 80er Jahren seine Wert-Durstrecke hinlegen, davor und jetzt wieder ist er sehr in Mode.

 

Seit 1972 – und insbesondere in den letzten drei Jahren – ist der Schuldenstand ständig gestiegen. Um die Verschuldung zu finanzieren, haben die geldpolitischen Entscheidungsträger die Kapitalkosten sukzessive gesenkt, meistens durch Marktmanipulationen und temporären Tricks. Bilanzen wurden “leveraged” um weiter mitzumachen, finanzielle Massenvernichtungswaffen wie z.B. Autoleasing etc. sind inzwischen so normal, dass es wehtut. Die Methoden und Prinzipien sind überall gleich. Mittlerweile hat die Welt ein Zinsniveau von quasi null Prozent erreicht und trotzdem sind die meisten Länder – und die Leute völlig überschuldet. Das Problem ist überaus real, denn die Dynamik der Exponentialkurve ist unbeirrbar. Wenn die Zinsschraube angedreht wird, dann geht’s los.

 

Was hat das alles mit dem Interkulturellen zu tun? Nun, eine der Dimensionen, in denen sich Kulturen unterscheiden ist „Longtermism“ um Gert Hofstede heranzuziehen. Lateinische Kulturen haben einen anderen Begriff für lang- und kurzfristig als nordische Kulturen. Dazu kommt der Begriff von Religion. Der katholische Glaube sieht z.B. die Absolution für den Erlass von Schuld und Sünde vor, im Protestantismus kommt man so oder so in die Hölle. Und andere Religionen haben noch ganz andere Sichtweisen auf das Thema Schuld, ich möchte jetzt nicht vom Schuldbegriff im Talmud oder über „halal banking“ reden, für letzteres habe ich extra mal extra in 2007 eine Studie angefertigt, die dann – wie so oft schubladisiert wurde. Die Attitüde zu zeitnahem und überhaupts Rückzahlen zu kennen ist irgendwie wohl Teil einer Kulturwissenschaft.

 

Und zudem: In anderen Ländern gab es die Schuldenkrisen schon viel öfter – und heftiger. Zeit also davon zu lernen. Ab morgen sehe ich ich in Argentinien nach dem Rechten. Neben meiner strategischen Sprechstunde, die ich am Mittwoch abhalte und gespannt bin, wer kommt, besuche ich am Donnerstag den Rotary Club de la Plata und schaue mich auf Golfplätzen, Rennplätzen, Strassen, Pools und Clubs, aber eben auch im Zug, der Subte, den Plätzen, den Cafes um. Eventuell noch auf einer Rinderfarm – mich interessiert die Stimmung der Leute, ich möchte wissen wie die Leute denken, aus unterschiedlichen Gegenden und Schichten, ganz oben, aber auch eben das was viele nicht anschauen. Ein guter Bekannter – ein Top-Headhunter aus München – hat mir kürzlich gesagt: “Würden “meine” Vorstände öfters mit der U-Bahn fahren, müsste ich sie weniger austauschen, denn dann wüssten sie was die Leute denken und wollen”…

 

     

 

 

Buenos Aires, 2011 Argentinien ist das Posterkind eines finanziellen Defaults, der aufgrund amoklaufender Politiker, gepaart mit Schuldenfinanzierung und einem aufgeblähten Staatshaushalt im Jahr 2001 alle Viere von sich gestreckt hat. Hart und beschwerlich war der Neustart, jedoch: in Argentinien hat es Substanz, Industrie, Landwirtschaft, Handel, Menschen, Bildung… Die Substanz wurde woanders jedoch schon längst verhökert. Lieblingsgegenbeispiel: The “Boring Island”. Dort ist alles weg, was nicht niet-und nagelfest ist. Und Bildung.. naja…

 

Ich bin gespannt, wie sich Argentinien nach einem Jahr verändert hat – wie hat sich das Strassenbild verändert, sind die Leute fröhlicher drauf oder lassen sie eine Lätschn hängen, wie es so treffend im Bayrischen heisst? Viele positive Artikel in den letzten Wochen lassen mich gespannt aufmerken, ob sich am Rio de la Plata eine Stimmungsveränderung eingestellt hat oder ob das nur mal wieder eine Auftrags-PR-Agentur war, die für eine Handvoll Dollares den Aufschwung herbeihext. Dem Währungskurs CHF/ARS (im Link hierhttps://www.comdirect.de/inf/waehrungen/detail/chart.html?timeSpan=5Y&ID_NOTATION=8358155#timeSpan=SE&e& )  schaut es eher so aus, als ob der Aufschwung „fabricated“ ist.

 

Mehr bald.

 

 

PS: Kommentare sind willkommen. Heute musste ich von einem Kollegen hören, dass er  gerne kommentieren würde, sich aber irgendwie nicht traut… ist die innere Schere schon so stark?